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Synthetische Galle könnte Nachfrage nach Bärengalle beenden

29. Juli 2014

Animals Asia begrüßt Berichte, nach denen Chinas größter Bärengalleproduzent seit Kurzem Forschungen nach künstlichen Alternativen betreibt.

„KaiBao Pharmaceutical“ ist eine Tragsäule der Bärengalleindustrie. Das Unternehmen war allein im Jahr 2012 Käufer von 18 Tonnen Bärengallepulver für die Verwendung in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und ist bis heute wichtigster Kunde industrieller Bärengallefarmen.

Das Projekt „Key Technology and Clinical Research of Developing Bear Bile Powder in Vitro“ (Schlüsseltechnologien und klinische Studien zur Entwicklung von in-vitro-Bärengallepulver) wird im Rahmen eines Fünfjahresplans vom chinesischen Staatsministerium für Wissenschaft und Technologie unterstützt.

Ein Sprecher von KaiBao Pharmaceutical:

„Ziel des Projektes ist es, eine bezüglich der chemischen Zusammensetzung bioäquivalente, synthetische Bärengalle durch die Verwendung von Geflügelgalle und deren chemische Umwandlung zu entwickeln, sowie entsprechende Patente anzumelden. Das Projekt wird dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung von gefährdeten tierischen Ressourcen zugutekommen und ermöglichen, Rohstoffe gleichbleibender, kontrollierbarer Qualität bereitzustellen, mit denen neue Arzneistoffe und Bärengalleprodukte entwickelt werden können. Produkte aus Bärengalle waren in der Geschichte der traditionellen chinesischen Medizin von großer Bedeutung und sind es bis heute.“

Dieses bahnbrechende Forschungsprojekt wird ein Umdenken in der Industrie der traditionellen chinesischen Medizin und deren Gebrauch von Körperteilen wilder Tiere als Rohstoff demonstrieren.

Die Einführung und Forcierung synthetischer Alternativen wird sowohl Tieren, als auch der chinesischen Medizinindustrie nutzen und ebenso ethische Bedenken gegenüber der Nutzung von gefährdeten Tierarten in der chinesischen Medizin erleichtern.

 Jill Robinson MBE, Gründerin und CEO von Animals Asia:

„Wir begrüßen die Entscheidung und unterstützen Maßnahmen wie diese, die zum Ziel haben, Bärengalle durch eine synthetische Alternative zu ersetzen. Forschungsbestrebungen dieser Art sind ein Schritt nach vorne, der allen nutzt: den Arzneimittelherstellern, denen, die TCM praktizieren und den Verbrauchern. Wir applaudieren der offiziellen Unterstützung für diese Forschung und sind überzeugt, dass es eine Freudenbotschaft für die Bären ist und für die Millionen Menschen, die sich für ihre Freiheit einsetzen.“

Animals Asia betreibt Rettungszentren im chinesischen Chengdu und im vietnamesischen Tam Dao. Unlängst gab Animals Asia auch den Umbau einer Bärengallefarm zu einem Rettungszentrum mit 130 Bären in Nanning, China bekannt. Neben der Rettung dieser Bären im Rahmen unserer „Peace by Piece“-Kampagne war es Ziel zu zeigen, dass sowie die Nachfrage nach Bärengalle schrumpft, Farmer und ihre Bären Teil einer Lösungsstrategie werden können, damit dem Betrieb von Bärengallefarmen ein für alle Mal ein Ende gesetzt wird.

Das Projekt in Nanning mit eingeschlossen, hat Animals Asia insgesamt bereits über 500 Bären, ein Großteil davon Mondbären, aus den Fängen der Bärengalleindustrie gerettet.

 

Wir möchten an dieser Stelle festhalten, dass synthetische Bärengalle immer noch ein tierisches Produkt ist – auch, wenn es sich dabei vielleicht nur um ein Nebenprodukt einer anderen, weitverbreiteten Industrie handelt. Das ethische Dilemma besteht weiterhin und die Debatte um die Nutzung tierischer Produkte geht mit unverminderter Berechtigung weiter. Aus der Sicht unserer Bestrebungen, den Betrieb von Bärengallefarmen zu beenden, ist die Entwicklung synthetischer Bärengalle ein riesiger Schritt in die richtige Richtung und wird das Leid von Tieren, die bis zu 30 Jahre eingesperrt und verkrüppelt werden, drastisch reduzieren. Indes geht der Kampf weiter, das Leben aller Tiere zu schützen – einschließlich derer, die unter den Bedingungen kommerzieller Ausbeutung leiden müssen.

 


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