Wissenschaftliche Studien belegen die brutale Wahrheit der Bärengalleindustrie

21. Februar 2012

Bären, deren Galle mittels der frei tropfenden Methode abgezapft wird, leiden an verschiedenen Krankheiten. An 165 untersuchten Gallebären wurden folgende Krankheiten festgestellt:

    99% der Bären litten an Cholezystitis (Gallenblasenentzündung),
    66 % hatten Gallenblasenpolypen,
    34 % hatten Bauchbrüche,
    28 % hatten Abszesse,
    22 % hatten Gallensteine.

Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu Bären, denen zuvor mit der "freien tropfenden" Methode der Gallensaft abgezapft wurde, wurden heute auf einer Pressekonferenz von Animals Asia in Peking enthüllt. Die detaillierten medizinischen Beweise wurden durch Untersuchungen von 165 Bären gewonnen, die gerettet und in das chinesische Rettungszentrum von Animals Asia gebracht wurden.

Von den untersuchten Bären litten 163 (99 %) an Cholezystitis , 109 (66%) hatten Gallenblasenpolypen, 56 (34%) hatten Bauchbrüche, 46 (28 %) hatten Abszesse, 36 (22%) hatten Gallensteine, und 7 hatten Peritonitis (Entzündung des Bauchfells). Viele der Bären hatten mehrere Kombinationen dieser Erkrankungen.

Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag von der China Association of Traditional Chinese Medicine:

Der Kopf des Vereins, Fang Shuting, erklärte: "Der Prozess der Gewinnung von Bärengalle war so einfach, natürlich und schmerzfrei wie das Drehen eines Wasserhahns".

Monica Bando, Tierärztin bei Animals Asia, kommentierte:
"Die frei tropfende Methode der Gallenextraktion kann großen Schaden anrichten und große Schmerzen verursachen."

In Asien werden schätzungsweise 14.000 Mondbären auf Gallefarmen gehalten und wegen ihrer Galle „gemolken“. Die Bärengalle wird in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet, obwohl bereits viele kostengünstige pflanzliche und synthetische Alternativen existieren. In China verbringen die Bären bis zu 30 Jahre in winzigen Käfigen und man zapft ihnen regelmäßig den Gallensaft ab, über Katheter oder über dauerhafte Löcher in ihren Bäuchen.

Zu den Vorwürfen, Betriebe würden geltende Vorschriften missachten, sagte Fang Shuting letzte Woche: „Wenn solche Bärenfarmen entdeckt werden, lassen Sie es uns wissen."

Auf der Pressekonferenz zeigte ein unabhängiger Filmemacher Undercover- Aufnahmen aus der Bärenfarmindustrie. Das Material wurde zwischen 2009 und 2010 gedreht und zeigt, dass auf "legalen" Bärenfarmen Bedingungen herrschen, die ganz klar gegen geltende Vorschriften verstoßen.

Es zeigt Bären, die in Metallkorsetts gezwungen wurden, damit sie so gut wie bewegungsunfähig sind. An diesen Korsetts sind Gummirohre angebracht, die bis in die Gallenblase der Bären ragen. Der Film zeigt Gallefarmer, die die Bärengalle in schmutzige Behälter füllen, die getrocknete Galle zerkleinern und per Hand das Bärengallepulver in Kapseln füllen.

Das Filmmaterial wurde von Elsa Xiong, Tu Qiao und Chen Yuanzhong für einen Dokumentarfilm aufgenommen. Sie arbeiteten vier Jahre an der Dokumentation, reisten in sechs Provinzen und führten diverse verdeckte Ermittlungen durch.

Elsa Xiong sagte:
„Weil Bärenfarmen für die Öffentlichkeit nicht frei zugänglich sind, stießen wir auf viele unvorstellbare Schwierigkeiten und Risiken. Die Bärengalleindustrie ist extrem grausam. Was noch schockierender ist, ist dass die legale Bärengalleindustrie es ermöglicht, dass viele schmutzige und unsichere Produkte auf den Markt kommen."

Rocky Shi, ein Arbeiter aus dem Animals Asia Rettungszentrum in China sprach ebenfalls auf der Pressekonferenz und berichtete von den glücklichen Leben der geretteten Bären. Er sagte: „Jeder Bär hat einen eigenen Charakter, Emotionen und ein soziales Umfeld. Obwohl sie durch den Menschen viele Jahre Leid erfahren haben, haben sie dennoch eine freundliche und verzeihende Natur. Sie zeigen keinen Hass gegenüber den Menschen."

Dr. Jill Robinson MBE, Gründerin und CEO von Animals Asia, kommentierte:
„Die Praxis der Bärengallefarmen wird nur durch Veränderungen in China zu beenden sein und nicht, weil Druck aus dem Ausland kommt.  kommt aus China zu beenden, und nicht, weil der Druck aus dem Ausland. Tatsächlich könnte ausländischer Druck sogar kontraproduktiv sein und dazu führen, dass das Leid der Bären weiter anhält. Wir haben in den letzten Tagen einen beispiellosen Aufschrei der chinesischen Öffentlichkeit und der Medien erlebt. Es ist ermutigend, dass so viele Menschen in China nun gegen diese schreckliche Industrie vorgehen und die Hoffnung steigt, dass die Bärengalleindustrie bald ein Ende findet.“

Gui Zhentang, einer der größten Bärengallefarmbetreiber, hatte den Börsengang in Shenzhen angekündigt. Diesem geplanten Börsengang begegnete die chinesische Öffentlichkeit mit Protest. Gui Zhentang  hat Presse und Öffentlichkeit dazu eingeladen, sich in den nächsten Tagen selbst ein Bild von den Farmen des Unternehmens zu machen.

Toby Zhang, Direktor für öffentliche Angelegenheiten in China für Animals Asia, kommentierte:
„Wir freuen uns, dass Animals Asia auch eingeladen worden ist und wir werden uns für eine Garantie der Transparenz einsetzen und uns die Bedingungen genau ansehen, unter denen die Bären leben.“

Er wies auch darauf hin, dass er noch keine Bestätigung für seine Teilnahme an der Führung bei Gui Zhentang erhalten hat.

 

FILMMATERIAL KANN HIER HERUNTERGELADEN WERDEN


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