Das schönste Geburtstagsgeschenk für Animals Asia: Apotheken sagen “Nein” zu Bärengalle

15. August 2013

Einhundertfünfzig Apotheken in China haben bekannt gegeben, dass sie keine Produkte aus Bärengalle mehr verkaufen wollen. Diese Nachricht kommt genau zum 15. Geburtstag von Animals Asia.

Zur Feier dieses speziellen Anlasses nahm Jill Robinson, Gründerin von Animals Asia, an einer Veranstaltung in Chengdu teil und nahm die Gelegenheit wahr, den Apotheken zu danken. Sie bezeichnete diese Ankündigung als „das schönste Geburtstagsgeschenk, das man sich vorstellen kann“.

Im Rahmen des Animals Asia-Programms „Heilen ohne Grausamkeit“ erklärten sich damit insgesamt 11 Apothekenketten und 260 Apotheken stolz als „frei von Bärengalle“.

Jill Robinson sagte bei dieser Veranstaltung:

„Wir freuen uns, heute hier zu sein und den 15. Jahrestag der Gründung von Animals Asia zu feiern. Dabei ist es jetzt 20 Jahre her, seit ich 1993 zum ersten Mal eine Bärenfarm besucht habe und nicht verstehen konnte, weshalb Bären auf so grausame Weise ausgebeutet werden.

Damals erfuhr ich sehr bald von Ärzten der traditionellen Medizin, wie ihnen, dass Bärengalle zwar teilweise in der chinesischen Medizin eingesetzt wurde, dass sie aber von ethisch denkenden Ärzten als unnötig angesehen wurde. Das liegt zum einen daran, dass Bärengalle einfach zu ersetzen ist, zum anderen aber daran, dass der Einsatz von Bärengalle gegen das grundlegende Prinzip vom Einklang mit der Natur verstößt.

Wenn Sie Bärengalle heute aus ihrem Sortiment nehmen, zeigen sie der Welt, dass sie intelligent sind und dass sie Mitgefühl für die gefährdeten Mondbären Chinas haben. Mit ihrer Tat helfen sie auch der menschlichen Gesundheit – denn sehr viele unserer geretteten Bären sterben schließlich an Leberkrebs. Nicht verwunderlich, wenn wir Eiter, Bakterien, Krebszellen und andere verschmutzende Substanzen in 100% der Gallenblasen von Bären aus Gallefarmen finden. Wir müssen uns fragen, wer bei klarem Verstand wohl solche Dinge einnehmen möchte, die von Tieren stammen, deren kranke und sterbende Körper im Sinn des Wortes verfaulen?“

Diese Einschätzungen wurden von Professor Liu Zhen Cai, dem bekannten Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin, bestätigt. Auch er sprach zu den Apothekern:

„Sie lieben Menschen und sie lieben Tiere. Die Traditionelle Chinesische Medizin wurde schon immer als freundliche Praxis bezeichnet. Daher sollten auch wir freundlich sein. „Heilen ohne Grausamkeit“ hat somit den richtigen Namen für eine solche Kampagne. Es ist falsch und inhuman, Tiere unnötig zu quälen, um Menschen zu behandeln.“

Animals Asia wurde am 08.08.98 gegründet – einem besonders glückverheißenden Datum. Seit damals hat die Organisation Bären in China und in Vietnam gerettet. Diese Rettungen bilden einen der fünf Schwerpunkte in dem Programm zur Schließung der Bärengallefarmen.

Zu diesen Schwerpunkten zählen außerdem die Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft der Traditionellen Medizin und den Behörden, die Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit, die Dokumentation der Struktur der Galleindustrie und der Handelswege und der Betrieb von Rettungszentren für Bären. 1998 war das Thema der Bärengallefarmen in China praktisch nicht bekannt. Heute ist es eines der am heißesten debattierten Themen des Landes. Die Bedenken wachsen, während die einheimische Tierschutzbewegung stetig wächst.

Schätzungsweise werden in China über 10.000 Bären auf Gallefarmen gehalten, in Vietnam ungefähr 2.400.

Jill ergänzte:

„Zu erfahren, dass Apotheken sich weigern, Produkte aus Bärengalle zu führen, ist wirklich das schönste Geburtstagsgeschenk, das man sich vorstellen kann. Doch ein noch besserer Tag liegt vor uns. Der Tag, der das Ende der Bärengallefarmen bringen wird. Dafür setzen wir uns weiter bei den Behörden ein, decken die Grausamkeiten dieser Industrie auf und weisen auf andere verfügbare Mittel hin. In der Zwischenzeit müssen wir bedenken, dass jedes Abzapfen von Gallensaft das Leben der Bären verkürzt und ihnen unsägliche Schmerzen bereitet. Weniger Produkte mit Bärengalle bedeuten somit auch weniger Schmerz und Leid.“

Animals Asia hat die Geburtstags-Tradition umgekehrt und sich mit einem Geschenk für die Unterstützung der Apotheken bedankt.

Jeder erhielt einen besonderen Briefbeschwerer aus Glas, der im Inneren eine V-förmige Ecke eines Bärenkäfigs enthielt. Das Käfigstück symbolisiert Sieg und gleichzeitig steht er für die Mondsichel der vielen Tausend Bären, die noch immer in solchen Käfigen ausharren.

Toby Zhang, Direktor China bei Animals Asia, sagte:

„Die Anregung für dieses Geschenk stammt von den erhaltenen Bruchstücken der Berliner Mauer. Am Ende haben die Menschen die Mauer eingerissen. Auch wir können diese Käfige zerbrechen.“


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