NGOs wollen für ein Ende des „kriminellen und grausamen“ Verzehrs von Hunden und Katzen in China zusammenarbeiten

3. Juli 2013

Tierschutzorganisationen in ganz China haben vereinbart, gemeinsam gegen die „kriminelle und grausame“ Hunde- und Katzenfleischindustrie zu kämpfen.

Mehr als 170 Delegierte nahmen an dem vierten China Companion Animal Symposium in Changsha, in der Provinz Hunan, teil. Gastgeber des Symposiums war die Animals Asia Foundation, Mitveranstalter waren die Humane Society International (HSI) und der Changsha Small Animal Protection Association. Die Delegierten vertraten etwa 100 chinesische und internationale NGOs.

Zufällig fand das Symposium zeitlich zum Festival in Yulin statt. Auf dem Fest, welches zur Sommersonnenwende in der Provinz Guangxi gefeiert wird, werden jährlich Hunde in großer Anzahl verzehrt – trotz des stetig wachsenden lokalen und internationalen Drucks, diese Praxis zu beenden.

Den Delegierten in Changsha wurden Daten vorgelegt, die in 28 Provinzen gesammelt worden waren und bezeugen, dass die Hundefleischindustrie weiter auf Tiere setzt, die den Besitzern gestohlen oder als Streuner eingefangen werden. Viele dieser Hunde werden vergiftet, ehe sie auf die Märkte und in die Restaurants kommen. Die Reste dieser Gifte sind dann noch vorhanden, wenn das Fleisch verzehrt wird.

Die Delegierten fanden Beweise für kriminelles Handeln auf jeder Ebene der Hundefleischindustrie. Beginnend mit dem Diebstahl, über den Transport bis zum Verkauf. Diese Belege werden im Lauf des Jahres veröffentlicht werden.

Die Teilnehmer stimmten einer Abschlussresolution zu, in der die Zusammenarbeit für das Erreichen gemeinsamer Ziele in China beschlossen wurde. Durch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Grausamkeiten und die gesundheitlichen Risiken, die mit dem Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch einhergehen, soll insbesondere die Nachfrage verringert werden. In Zusammenarbeit mit den Behörden sollen die illegalen Strukturen dieser Industrie aufgezeigt und bekämpft werden.

Neben international anerkannten Experten wurden Aktivisten vor Ort ermutigt, Erfahrungen über das beste Vorgehen im Rahmen der Gesetze und in Zusammenarbeit mit den Behörden auszutauschen, die im Kampf gegen die illegalen Geschäftspraktiken der Hunde- und Katzenfleischindustrie gesammelt wurden. Auch Erkenntnisse darüber, wie aufstrebenden Organisationen in der Wachstumsphase geholfen werden kann und wie sie ihre Wirksamkeit verbessern können, wurden breit diskutiert.

Seit das Symposium vor sieben Jahren startete, hat sich die Zahl der vertretenen NGOs mehr als verdreifacht, was das wachsende Interesse am Tierschutz in China deutlich macht.

Jill Robinson, Gründerin von Animals Asia sagte:

„Es ist eine Tatsache, dass die Hunde- und Katzenfleischindustrie sich durch Kriminalität und Grausamkeit auszeichnet. Diese inhumane Industrie kann nur außerhalb des Gesetzes profitieren und gedeihen. Tiere werden gestohlen, müssen schreckliche Zustände erdulden und auch die Verbraucher werden schlussendlich einem Risiko ausgesetzt. Das zieht sich durch die ganze Industrie hindurch.“

„In China sehen wir jetzt zunehmend, dass Einzelpersonen und Organisationen sich absolut für ein Ende dieses Handels einsetzen. Die verbreitete Illegalität macht diese Industrie angreifbar und gemeinsam mit den Behörden vor Ort und der Regierung werden wir daran arbeiten, dass die Gesetze befolgt werden.“

Suki Deng, bei Animals Asia für den Schutz von Hunden und Katzen zuständig, ergänzte:

„Es war uns allen bewusst, dass während des Symposiums auch das Fest der Sommersonnenwende in Yulin stattfand. Das Element des Verzehrs von Hundefleisch bei diesem Fest ist sowohl in China als auch international kritisiert und von Aktivisten aus der ganzen Welt verurteilt worden.“

„Argumente zur künftigen Weiterführung des Festes drehten sich immer um den dadurch verursachten Schub für die lokale Wirtschaft. Wir halten dagegen, dass keine Stadt von der engen Assoziation mit Grausamkeiten an Tieren oder kriminellem Verhalten profitiert. Wie für die gesamte Wirtschaft, so gilt auch hier: Es gibt viel mehr Gründe, die für ein Ende dieser Praxis sprechen, als dafür, die vielen negativen Aspekte zu akzeptieren.“


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