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Boris Chiao: Entwurf einer Zukunft ohne Bärengalle

24. April 2014

boris

Boris Chiao hat bei Animals Asia die Verantwortung, aus der Bärenfarm in Nanning das dritte Rettungszentrum für Bären zu machen. Als Projektleiter ist er und sein Dreimann-Team für den Bau der Anlage zuständig. Was sie in den nächsten zwei Jahren errichten, wird das Leben von nahezu 100 Bären verändern und eine mögliche Grundlage für andere Farmen sein, die ebenfalls aus dieser schwindenden Branche aussteigen möchten.

Was muss in Nanning getan werden?

Meine Ziele sind der Bau einer Einrichtung, die sowohl für Tiere als auch Menschen sicher und am Wohl des Tieres ausgerichtet ist. Dabei muss ich alles was besteht, bis hin zu den Kanälen – berücksichtigen und mich fragen, wie ich meine Ziele damit erreichen kann.

Seit 1995 bauen und verwalten Sie Rettungszentren für Bären – wie unterscheidet sich dieser Umbau von einem kompletten Neubau?

Wenn man eine Bärenfarm baut, ist das Wohl der Tiere kein Aspekt. Man baut eine Anlage, um die Tiere unterzubringen. Wir wissen, was nötig ist und was wir erreichen müssen. Daher ist die Frage, wie wir das Bestehende dafür verwenden können. Der Umbau einer Farm in ein Rettungszentrum unterscheidet sich nicht sehr von einem Neubau, der aber definitiv einfacher wäre.

Ein Gebäude alleine ist nur ein Teil des Ganzen – 30% stecken im Boden, Dinge wie Wasser, Abwasser, Fundamente. Wenn man etwa einen Abwasserkanal ändern möchte, bedeutet dies, den ganzen Boden aufzureißen und danach sicherzustellen, dass das Gefälle noch ausreicht. Der Umbau eines bestehenden Gebäudes ist daher teurer als ein Neubau.

Mit wem müssen Sie zusammenarbeiten um das zu erreichen?

Meine Arbeit dient den Bären und den Teams der Tierärzte. Auf Grund meiner Erfahrung weiß ich viel darüber, was gebraucht wird und was akzeptabel ist. Jetzt arbeite ich mit meinem Team einen Plan aus den ich den Teams der Bärenpfleger und Tierärzte vorstelle. Mit ihren Kommentaren und Vorschlägen entsteht dann der endgültige Entwurf.

Birgt die Arbeit in Nanning besondere Herausforderungen?

Mein Team hat noch nie in der Provinz Nanning gearbeitet. Wir müssen mit einem neuen Bauunternehmer arbeiten, der die Standards nicht kennt, die Animals Asia erwartet.

Seit ich mit dem Bau von Bärenrettungszentren befasst bin habe ich gelernt dass jeder – vom Entwurf über den Bau bis hin zum Betrieb – wirklich jeder die Zeichnungen betrachtet und sagt „alles ganz einfach“. Dann werden Sie involviert und plötzlich heißt es „wow“.

So gibt es bei uns zum Beispiel viele Metallarbeiten wo die meisten Schweißer und Firmen annehmen, es sei nur Punktschweißen. Doch in Wirklichkeit müssen die Sachen total verschweißt werden, schon das ändert das ganze Projekt. Arbeitskosten, Prüfprozeduren – alles ändert sich.

Wir bestehen auch auf eine besondere Vorgehensweise, so kann der Unternehmer nicht einfach irgendwo mit Schweißarbeiten beginnen – alles wird täglich inspiziert. Wir wollen einen Arbeitsplan für den Tag, für die Woche der zum Beispiel zeigt, wie viele Tore sie schweißen wollen. Wir können uns nicht leisten, dass eine Schweißnaht übersehen wird und dadurch ein Bär ausbrechen kann – das ist einfach nicht akzeptabel.

Im Grunde verstehen die Bauunternehmer nicht, wie schwierig das Projekt ist. Sie glauben, das dauert drei Monate. Doch nach sechs Monaten arbeiten sie noch immer – denn sie unterschätzen die geforderten Standards.

Sind Sie mit den von Ihnen überwachten Projekten zufrieden?

Ich bin nie zufrieden – so bin ich einfach. Ich suche immer nach Problemen und denke nach, wie man es besser machen kann – eine Gewohnheit. Wenn ich nur genau genug hinsehe, finde ich immer Dinge, die ich besser hätte machen können – das da ist nicht gerade, oder dort ist Rost – alles Erfahrungen für das nächste Projekt.

Als einer der Gründer arbeitet Boris Chiao von Anfang an seit über 15 Jahren bei Animals Asia.

 


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