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Börsenpläne des industriellen Bärengallefarmers Guizhentang abgebrochen

5. Juni 2013

Das Pharmazieunternehmen Guizhentang hat nach der Bewertung durch die chinesische Börsenaufsicht den Abbruch des Börsenganges bekannt gegeben. Animals Asia begrüßt den Entschluss des Unternehmens, welches Bärengallefarmen in industriellem Maßstab betreibt. 

Das bedeutet das Ende des drei Jahre andauernden Versuchs eines Börsengangs,  der durch Tierschützer und die chinesische Öffentlichkeit fortwährend kritisiert wurde. Im Februar 2011 hatte Guizhentang angekündigt, durch die geplante Erhöhung der Kapitaldecke Mittel zur Erweiterung ihrer Bärenfarm von 400 auf 1.200 Tiere zu erhalten. 

Toby Zhang, Direktor für öffentliche Angelegenheit bei Animals Asia, sagte: 

„Dieser ermutigende Sieg gehört allen, die „Nein zu Grausamkeit“ sagen. Diese Menschen sind ihrem Gewissen gefolgt und setzten sich unermüdlich für ein Ende der Bärengallefarmen ein.“ 

„Wir wissen, dass keine humane Methode existiert, um den Bären Gallensaft abzuzapfen. Wir wissen auch, dass die so gewonnene Bärengalle die Gesundheit der Konsumenten potenziell gefährdet. Produkte, welche Bärengalle enthalten, werden von den Herstellern oft beworben, wobei der Wert der Produkte zu hoch eingeschätzt und das Wohlergehen der Konsumenten vernachlässigt wird.“ 

Im Zuge dieser Nachricht hat Animals Asia die Gelegenheit genutzt, um einen 7-Punkte-Plan für die nächsten fünf Jahre vorzustellen, der das Ende der Bärengallefarmen herbeiführen soll: 

    1. Bildung einer regierungsgeführten Koalition aus Bärenfarmern, Tierärzten, Vertretern von NGOs, TCM Ärzten und anderer Betroffener, um gemeinsam Lösungen für das Ende der Bärengallefarmen zu bewerten - einschließlich der damit verbundenen Kosten und eines Terminplanes.
    2. „Sobald wie möglich alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um ein Anwachsen der Zahl der Bären in den bestehenden Farmen zu verhindern.“ – wie es in der IUCN Resolution beim 2012 Weltkongress vereinbart und auch von der chinesischen Regierung unterschrieben worden ist. Dazu gehören ein sofortiger Stopp der Nachzucht von Bären in den Gallefarmen und die Ergreifung weiterer Maßnahmen um sicherzustellen, dass keine wild lebenden Bären mehr dorthin gebracht werden.
    3. Inspektion der Bärengallefarmen durch Experten und Tierschutzvertreter um: 

      • Die Lage in allen Bärenfarmen zu evaluieren und den Planungsprozess für ihre Schließung zu beginnen
      • Die definitive Zahl aller Bären in den chinesischen Farmen zu bestimmen
      • Eine Inventarliste der vorhandenen Galle zu erstellen, damit entnommene Galle nur mehr für zentrale medizinische Zwecke eingesetzt wird, ehe sie auch dort zu Gunsten von synthetischen oder pflanzlichen Alternativen ersetzt wird.

4.  Die Erfassung aller derzeitigen Medikamente, die Bärengalle enthalten, um auf Grundlage dieser Information die tatsächliche Nachfrage nach Bärengalle bestimmen zu können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu dienen, einen gestaffelten Ersatz aller Bärengalleprodukte zu planen.

5.  Keine weitere Zulassung  von Medikamenten mit Bärengalle und das Ende des freien Verkaufs solcher Medikamente ohne ärztliches Rezept.

6.  Förderung der Forschung über synthetische Bärengalle (ein Produkt, das dieselbe Wirkung hat wie Bärengalle, aber ohne Einsatz von Bären auskommt); Beschleunigung des Zulassungsprozesses, damit synthetische Bärengalle so bald wie möglich auf breiter Basis angeboten werden kann.

7.  Eine vorrangige Beendigung des Schmuggels von Bärengalle.  Sicher stellen, dass der Schmuggel von Bärengalle und von Bärenteilen ein ernsthaftes Vergehen ist, welches entsprechend bestraft wird.

Toby Zhang fügte hinzu: 

„Zwar ist dies ein Sieg für die Tierschützer, doch schon berichten die Medien, dass Guizhentang sein Geschäft ausweiten will und bei passender Gelegenheit in der Zukunft an einen erneuten Börsengang denkt.“ 

„Noch haben wir einen weiten Weg vor uns. Aber wir können erklären, wie die ersten Schritte für ein Ende der Bärengallefarmen aussehen können. Guizhentang und die industriellen Bärengallefarmer haben diese Industrie wachsen lassen. Die Zahl der Bären in den Farmen hat sich durch Nachzucht schnell und intransparent vergrößert. Je länger dies dauert, umso schwieriger kann es beendet werden. Jetzt ist die Zeit dafür.“ 


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