Gründerin von Animals Asia appelliert an Koreaner, den Galletourismus zu stoppen

9. September 2013

Bei einer Pressekonferenz in Seoul hat Jill Robinson, Gründerin von Animals Asia, die Koreaner vor den Gefahren des Bärengalletourismus gewarnt.

Am Beispiel der chinesischen Stadt Yanji, mit einem großen Bevölkerungsanteil von ethnischen Koreanern, hat sie das Ausmaß des Bärengalletourismus dargestellt.

Jedes Jahr kommen etwa 300.000 Koreaner dorthin. Untersuchungen von Animals Asia zeigen, dass bis zu 30% davon zu Höchstpreisen auch Galle von Bärengallefarmen oder Apotheken kaufen. In Südkorea sind Asiatische Schwarzbären – eher unter dem Namen Mondbären bekannt – auf Grund ihrer Klassifikation durch die IUCN als „gefährdet“ eingestuft und daher geschützt..

Doch der Schmuggel in Südkorea geht trotz bestehender Gesetze weiter, die die Einfuhr von Bärengalle oder Produkten die Bärengalle enthalten verbieten.

Als Ergebnis des Besuchs hat HanaTour, das größte Reisebüro von Korea mit über 2.200 Mitarbeitern eine Zusage unterschrieben, in der sie versprechen, Touristen nicht zu Bärenfarmen zu bringen.

Dieses Versprechen wurde auch vom CEO der Good Tours, Herrn Na Hyo-Woo abgegeben, der seinen Gästen sagte, dass Animals Asia einen ernsthaften Fall vorgebracht habe, der Unterstützung verdiene. Er versprach, in seiner Rolle als Vorsitzender der Fair Travel Association, die 30 Büros vertritt, diese Botschaft weiter zu tragen und das Bewusstsein bei den Touristen auf diese Weise zu stärken. Er wird das Thema beim nächsten Treffen auch mit der Leitung der regierungsamtlichen Reisebehörde besprechen.

Jill Robinson sagte zu den versammelten südkoreanischen Medienvertretern:

„Wir rufen die Menschen auf, keine Pauschalreisen zu buchen, bei denen der Besuch einer Bärenfarm oder einer Apotheke, die Bärengalle verkauft, beinhaltet ist. Bärengallefarmen sind schrecklich und es gibt dort nicht nur Krankheiten und einen qualvollen Tod für die Bären, sondern auch Gesundheitsrisiken für die Konsumenten der verunreinigten Galle. Seien Sie vor den Gefahren gewarnt – es ist illegal und undgesund und kann für Sie, Ihre Familie und Ihre Freunde ein Risiko bergen. Jeder Tourist aus Korea, der Galle aus einer Farm in China kauft, macht es für uns schwerer, diese inhumane und unnötige Praxis zu beenden.“

Toby Zhang, Direktor China bei Animals Asia ergänzte:
„Den Galletourismus aus Korea nach China und Vietnam zu stoppen ist der Schlüssel zur Beendigung der Bärengalleindustrie in diesen Ländern. Wegen der unterschiedlichen Rechtslagen in diesen drei Ländern kommt es zu der Situation, dass sich die Preise erhöhen und die Industrie so gestärkt wird. In Korea haben wir so viele Menschen getroffen, deren Überzeugung mit unserer übereinstimmt – Bärengallefarmen müssen geschlossen werden. Diese Bewegung wächst weiter.“

Der Besuch in Korea folgte auf jüngste Aktivitäten von Animals Asia in Vietnam, bei denen Infobroschüren an Touristen übergeben wurden, in denen auf die Gefahren des Galletourismus hingewiesen wird. Diese Informationen wurden in koreanischer, chinesischer und englischer Sprache gedruckt. Ursprünglich wurden Bärenfarmen aus Nordkorea nach China und von dort nach Vietnam gebracht.


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