Drei haben es geschafft - Shamrock darf ins Freie und drei weitere Bären kommen als nächste

14. Mai 2013

Nach Manuka und Peter ist Shamrock der dritte Mondbär, der sich nach vielen Jahren Gefangenschaft aus seiner Behausung hinaus in den Sonnenschein wagt.

Die drei aus der Gruppe der insgesamt sechs geretteten Bären lebten früher in einer Bärengallefarm, eingesperrt in winzigen Käfigen. Bis zu zehn Jahre lang mussten sie dort täglich die schmerzhafte Entnahme des Gallensafts erleiden.

Am 9. Januar 2013 kamen die sechs im Rettungszentrum an. Sie wurden zunächst medizinisch untersucht, anschließend wurde ihnen die durch das Abzapfen zerstörte Gallenblase entfernt. Nach 45 Tagen in Quarantäne und zusätzlicher Zeit zur Erholung kamen sie in feste Unterkünfte. Nachdem sie sich dort eingewöhnt hatten, öffneten sich die Türen ins Freie und die Bären konnten zum ersten Mal ins Freie. Einige liefen instinktscher hinaus aufs Gras, andere mussten dazu ermuntert werden.

Manuka, früher unter dem Namen Buddha Bär bekannt, erhielt als Erste die Chance, hinauszugehen. Nervös blinzelte sie dabei in die Sonne. Danach folgte Peter, der als großer Bär im kleinsten Käfig unterbracht und so wohl am meisten gelitten hat. Für ihn war dieser Ausgang eine riesige seelische Anstrengung – er ging auch nur kurz hinaus, um gleich wieder in seine Behausung zurück zu kehren.

Doch bereits diese Woche freute sich das Team der Bärenpfleger und Tierärzte über die Fortschritte von Peter, der jetzt die Kraft fand, etwas weiter hinaus zu gehen.

Nic Field, Direktorin des Bären- und Tierarztteams erklärte:

„Nach seinen ersten zögerlichen Schritten ist Peters Mut täglich gewachsen. Jetzt traut er sich in das ganze Gehege und zu allem, was es dort gibt. Er wälzt Baumstämme und Steine um und lernt nach den Leckerbissen zu suchen, die von den Mitarbeitern dort versteckt wurden, indem er seiner Nase folgt.

„Er streckt sich gerne, um das in Holzwänden oder auf der Hängematte aus Feuerwehrschläuchen versteckte Futter zu erreichen. Sein ausgeglichener Charakter war für den Erholungsprozess sehr hilfreich. Langsam wird auch sein langer Körper wieder runder und wir können in ihm den wunderbaren erwachsenen Bären erkennen, als der er geboren wurde. Dieses Wochenende wurde er wieder gewogen und bringt jetzt gesunde 124 kg  auf die Waage, anstatt der 107 kg vom Januar, kurz nach seiner Ankunft. Dieser sanfte Riesenbär lernt und erfährt jetzt am eigenen Körper, wie gut das Leben sein kann.“

Auch Shamrock hat die Liebe zu Futter dazu gebracht, nach kurzem Zögern die ersten Schritte nach draußen zu tun und ihrer Nase - und ihrem Magen – auf der Wanderung durch das Gehege auf der Suche nach Leckerbissen zu folgen.

Nic ergänzte:

„Seit sie in ihre Unterkunft kam, war Shamrock sehr durch Futter verlockt und ihr Appetit war immer offensichtlich, obwohl sie in den vergangenen Wochen ruhiger geworden ist. Wie bei Peter und Buddha hat man auch bei ihr am Morgen ihres Ausgangs eine Futterspur gelegt, die von der Tür ihrer Unterkunft wegführte. Shamrock kam mutig heraus und bewegte sich ohne Zögern durch das Gehege auf der Spur nach dem Futter, dem Geruch der versteckten Leckerbissen folgend.

Jill Robinson, Gründerin von Animals Asia sagte:

„Was wir alle daraus lernen ist wie stets, den sich entwickelnden Charakter und die Persönlichkeit dieser Bären zu begrüßen. Alle sind sie einzig – sie sind keine Galleproduzenten, deren tägliche Qual durch ihre Peiniger auf den Farmen gerechtfertigt ist. Jahrelang wurden sie weggesperrt und mussten unvorstellbare körperliche und seelische Schmerzen erleiden.“

„Heute feiern wir sie als fühlende Wesen – Tiere mit Emotionen, Gedanken und Bedürfnissen. Wir flehen die Farmer an, das ebenfalls zu erkennen. Alle sechs Bären erholen sich in ihrem eigenen Tempo und werden entsprechend ihren Bedürfnissen versorgt. Diese wunderbaren Persönlichkeiten lernen jetzt wieder, sich des Lebens zu erfreuen und wir lernen ihren Charakter kennen, ihre Stärke und Tapferkeit zu bewundern.“


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