Gallebär, der zum Haustier wurde, in Vietnam an Animals Asia übergeben

30. April 2013

Ein Mondbär, den ein Farmer im Distrikt Ung Hoa bei Hanoi zunächst zur Gewinnung von Gallensaft, später dann als Haustier hielt, wurde an Animals Asia übergeben.

Die Familie des Farmers nahm mit Animals Asia Kontakt auf, nachdem sie sich über die Rettungsstation in Vietnam und unsere Arbeit dort zur Heilung ehemaliger Gallefarmbären informiert hatte. Die Familie beschloss, dass ihre Bärin ein angenehmes Heim für ihr Alter verdient habe. Ohne den Käfig, in dem sie mehr als 10 Jahre gefangen gehalten wurde.

Die Familie sagte Animals Asia, dass bei der Bärin namens Ung Hoa (wie der Distrikt) seit zwei Jahren keine Galle mehr abgezapft worden war und war so sehr darauf bedacht alles richtig zu machen, dass sie kein Geld für die Übergabe des Bären nahm und ihn Animals Asia kostenlos überlies.

Tuan Bendixsen, Direktor in Vietnam, sagte:

„Die Rettung dieses Bären zeigt den Wandel nicht nur gegenüber der Haltung von Bären in Gallefarmen, sondern allgemein gegenüber dem Schutz von Tieren. Der Farmer hat das Wohl des Tieres über seinen persönlichen Gewinn gestellt – der Bär wurde von einer Quelle des Einkommens zu einem Haustier und Teil der Familie.“

Ein Gesundheitscheck unter Narkose ergab, dass die Zähne der Bärin sehr schlecht waren. Viele waren abgebrochen oder kariös. Auch in ihrer Leber zeigten sich Verdickungen, die von Verletzungen durch das Abzapfen herrühren. Während der Fahrt zum Rettungszentrum war sie so schwach, dass sie den ganzen Weg verschlief.

Animals Asia hat Anfang des Jahres mitgeteilt dass es den Kampf gegen die Ausweisung seines Rettungszentrums aus Tam Dao gewinnen konnte. Seit September 2011 lebte man dort unter der Drohung der Schließung und Ausweisung. Dadurch kam es zu Verzögerungen beim Bau weiterer Gehege für die geretteten Bären.

Daher warten viele Bären - darunter  14 im November 2011 gerettete – noch immer auf ihren Zugang zu den Freigehegen. Jetzt, nachdem die Sorge einer drohenden Schließung hinter unserem Team liegt, haben wir die Pläne weiter entwickelt und rechnen damit, dass die neuen Gehege voraussichtlich Anfang 2014 fertig sein werden.

Jill Robinson, Gründerin von Animals Asia, dazu:

Wir heißen unser jüngstes Familienmitglied willkommen. Gleich zu Beginn haben wir ihren Gesundheitscheck durchgeführt und festgestellt, dass sie in den kommenden Tagen und Wochen umfangreiche medizinische Versorgung benötigen wird. Nach einer Zeit der Quarantäne und Erholung wird sie zur weiteren Versorgung in eine Unterkunft gebracht und schließlich in eines der neuen Freigehege kommen.

„Wegen der Verzögerungen durch die angedrohte Ausweisung müssen alle erwachsenen und seitdem geretteten Bären in Unterkünften ohne Zugang zu Freigehegen leben. Doch die tierärztliche Versorgung und die Anregungen die Animals Asia bieten kann, bilden noch immer eine weit bessere Umgebung als ihre frühere Existenz in irgendeiner Farm in Vietnam. Wir freuen uns auf die Eröffnung der neuen Freigehege 2014 – dem Tag, an dem wir den Albtraum der drohenden Ausweisung endlich hinter uns lassen können.“

 


ZURÜCK