Besuch eines führenden Tierarztes bringt weitere Verbesserungen für die Bären

23. September 2013

Der bekannte Tierarzt Romain Pizzi hat seine Kenntnisse der minimalinvasiven Chirurgie mit den Mitarbeitern von Animals Asia im vietnamesischen Rettungszentrum geteilt.

Romain arbeitet als Tierarzt im Zoo von Edinburgh und für das schottische SPCA National Wildlife Rescue Centre und ist ein führender Experte für minimalinvasive Chirurgie bei Tieren. Er ist auch der Gründer und Leiter von Wildlife Surgery International.

Bei Bären aus Bärengallefarmen ist die Kontrolle der inneren Schäden überlebenswichtig. Die Zusammenarbeit mit Romain und die Einführung der Laparoskop-Technik bedeutet für die Bären den Unterschied zwischen einer großen explorativen Operation – und der damit einhergehenden monatelangen Erholung in einem kleinen Käfig – und dem Wiedersehen mit Freunden im Gehege schon am folgenden Tag.

Romain trainierte während seines Besuchs im vietnamesischen Rettungszentrum die Tierärzte von Animals Asia in der Technik, die ihnen ermöglicht, Organe im Bauchraum zu untersuchen. Durch diesen Eingriff können Beschädigungen festgestellt werden, die durch das frühere Abzapfen der Gallenflüssigkeit entstanden sind. Damit lässt sich auch Gewebe für weitere Tests entnehmen, um festzustellen, ob weitere Operationen nötig sind.

Romain opferte dafür nicht nur seine Zeit, sondern half auch bei der Beschaffung der notwendigen Instrumente. Einige der Instrumente wurden sogar von Wildlife Surgery International gespendet.

In dieser Woche haben Romain und das Team von Animals Asia neun Bären erfolgreich mit Hilfe dieser „Schlüssellochtechnik“ untersucht. Diesen Bären wurde früher der Gallensaft abgezapft und die Fachleute konnten so den Zustand der Gallenblase beurteilen. Im Rettungszentrum von Animals Asia in China wird den geretteten Bären routinemäßig die Gallenblase entnommen, da in China andere Methoden der Gallensaftentnahme eingesetzt werden. In Vietnam wird von Fall zu Fall entschieden, ob eine Entnahme der Gallenblase nötig ist.

Bisher mussten die Tierärzte sich auf Ultraschalluntersuchungen oder explorative Operationen verlassen. Durch laparoskopische Eingriffe können mehr Einzelheiten erkannt werden, als durch Ultraschalluntersuchungen. Außerdem werden auf diese Weise mögliche Komplikationen und lange Erholungszeiten vermieden, die durch explorative Operationen entstehen können.

Bei den überprüften Bären wurden folgende Auffälligkeiten festgestellt: Vernarbung der Bauchwand durch die wiederholte Punktur mit Kanülen zur Entnahme des Gallensafts, Vernarbungen der Leber, Verklebungen innerhalb des Bauchraums, Bauchentzündungen und erhöhte Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum. Von allen Auffälligkeiten wurden Proben entnommen, an denen weitere Tests durchgeführt werden.

Annemarie Weegenaar, Direktorin des Bärenteams und der Tierärzte bei Animals Asia sagte:

„Zum Glück ist bei keinem der diese Woche untersuchten Bären eine große Operation nötig. Alle konnten schon am nächsten Tag in ihre Behausungen und zu ihren Freunden zurückkehren. Sie zeigten keine Zeichen von Unwohlsein von der Erfahrung einen Tag zuvor – ganz anders als die vier Wochen, die sie normalerweise nach einer offenen Operation in Erholungskäfigen verbringen müssen. Das war eine sehr wertvolle Woche und was wir dabei gelernt haben wird den Bären weiter zugutekommen.“

Jill Robinson, Gründerin von Animals Asia ergänzte:

„Wir stehen bei Romain in der Schuld. Für seine Großzügigkeit und seine Expertise. Solche Schlüssellochtechniken minimieren nicht nur die Erholungszeiten der Bären, oft können wir auch Gesundheitsprobleme schon in ihrer Entwicklung erkennen.

„Die Gesundheit und Zufriedenheit unserer Bären sicherzustellen, bedeutet auch die Behandlung einer Vielzahl von Behinderungen und Krankheiten. So finden wir den Ausgleich zwischen ihrer erweiterten Freiheit und der Notwendigkeit der Überwachung ihres Gesundheitszustandes. Wir erweitern so auch unser Wissen über die Schäden durch die Gallensaftentnahme, damit wir weiter jenen widersprechen können, die ein damit verbundenes Leid leugnen.“

Romain ergänzte:

„Ich freue mich sehr, dass ich die fantastische Arbeit für den Tierschutz von Animals Asia unterstützen konnte, der den in Vietnam aus illegalen Gallefarmen geretteten Bären zugutekommt. Für mich sind Bären etwas ganz besonderes. Jeder einzelne ist eine individuelle Persönlichkeit. Wenn man zwei Bären sieht, die nach einer Schlüssellochoperation am Morgen danach auf ihren Hinterbeinen stehen und miteinander ringen, ist dies die ganze Arbeit wirklich wert. Im Vergleich zu einer offenen Bauchoperation und der dabei notwendigen wochenlangen Erholungszeit ist dies ein himmelweiter Unterschied.“ 


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