Vor 20 Jahren betrat Jill zum ersten Mal eine Bärenfarm

17. April 2013

Vor zwanzig  Jahren unternahm Jill Robinson, Gründerin von Animals Asia, eine Busreise, die  ihr Leben verändern sollte – und zu einem besseren Verständnis von Tierschutz  in China und Vietnam führen. Jill arbeitete verdeckt in Südchina, um einem  verstörenden Gerücht nachzugehen – dass der Bus an einer Farm halten sollte,  die Bärengalle für medizinische Zwecke verkauft. Die Galle stamme von Bären, eingesperrt  in winzige Käfige.

Was Jill an  diesem 17. April 1993 sah, sollte für immer unvergessen bleiben. Während der  Farmer eifrig „frische Bärengalle“ an die Busreisenden verkaufte, stahl Jill  sich weg und schlich ein paar Steinstufen hinab in einen düsteren Kellerraum.  Sie konnte es rascheln hören und  auch  seltsame ploppende Geräusche waren zu vernehmen. Eine Horrorszene bot sich  ihren Augen da, nachdem sie sich an das Dämmerlicht gewöhnt hatten.

Ein Käfig am  anderen, vollgepackt mit traurigen Bären die weder darin stehen noch sich  umdrehen konnten. Einige schwankten, andere gaben Laute von sich – pop, pop,  pop – was bei Mondbären starken Stress anzeigt. Als einer der Bären die große  Tatze durch die Gitterstäbe streckte, griff Jill instinktiv danach und nahm sie  in ihre Hände. In diesem Augenblick wusste sie, dass sie die Wahl hatte. Und sie  beschloss zu handeln. Jill nannte diesen Bären Hong und schwor, alles zu tun für das Ende der barbarischen Bärengalleindustrie.

Jill begann ihre  rastlose Arbeit in China, baute Beziehungen auf und verhandelte mit  Regierungsstellen über das Ende dieser grausamen Praxis. Sie fand, dass  Bärengalle durch preisgünstigere und ebenso wirksame Kräuter und synthetische  Stoffe ersetzt werden kann. Sie begann die Zusammenarbeit mit Ärzten der traditionellen  und der westlichen Medizin in China und in der ganzen Welt, um diese  Alternativen zu fördern.

1995 schloss das  Forstministerium eine zweite Farm, die Jill ebenfalls aufgedeckt hatte. 1996  kamen die neun Bären dieser Farm, nachdem sie operiert worden waren und sich  wieder erholt hatten, in eine Rettungsstation in Panyu in Südchina. Diese wurde  vom International Fund for Animal Welfare geführt, bei dem Jill und andere  jetzige Mitarbeiter von Animals Asia damals arbeiteten.

Vier dieser Bären  leben noch heute und sind sicher, zufrieden und frei. 2009 wurden sie in unser  Bärenrettungszentrum nach Chengdu gebracht, da man dort besser für alte Bären  sorgen kann.

Leider misslang  Jills Versuch Hong und die anderen 31 Bären in der ersten von ihr besuchten  Bärengallefarm zu retten. Man sagte ihr, die Farm sei umgezogen und niemand  wisse, wohin.

1997 und 1998  waren Jahre intensiver Verhandlungen mit den chinesischen Behörden. Am 8.  August 1996 gründeten Jill und eine kleine Gruppe von Freunden Animals Asia mit  der Aufgabe, ein Ende der Bärengallefarmen herbeizuführen.


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