• ÜBER MONDBÄREN

    Asiatische Schwarzbären werden aufgrund ihrer halbmondförmigen Fellfärbung auf der Brust auch Mondbären genannt. Die Fellfärbungen der Bären unterscheiden sich hinsichtlich Farbe und Form - von einer hellen Cremefarbe bis zu einem dunklen oange-gold Ton, von einer V-Form bis zu einem zarten Halbmond. Manche Bären haben sogar gefleckte Fellfärbungen.

  • ÜBER MONDBÄREN

    Das dicke Fell der Mondbären kann struppig oder glatt sein. Mondbären haben schwarzes oder dunkelbraunes Fell und eine dicke Halskrause, weswegen man sie auch Kragenbären nennt. Die Krause der Weibchen ist in der Regel dicker als die der Männchen. Mondbären haben große und runde Ohren.

  • ÜBER MONDBÄREN

    Mondbären werden bis zu 1,6 Meter groß.Männchen können zwischen 140-200kg wiegen, Weibchen sind mit 60-130kg etwas leichter. Dank ihrer starken Krallen sind Mondbären ausgezeichnete Kletterer.

  • ÜBER MONDBÄREN

    Mondbären und Malayische Sonnenbären sind die einzigen Bären, die sich Plattformen in den Bäumen bauen, um dort zu essen.

  • ÜBER MONDBÄREN

    Mondbären lieben Wasser. Unsere geretteten Bären genießen es, in den eigens angelegten Pools in ihren Gehegen zu spielen - Relaxen, Schwimmen oder einfach nur mit den Freunden Spaß haben und raufen.

  • ÜBER MONDBÄREN

    Bären lieben es, Essbares zu suchen - und vor allem lieben sie Honig. Ihr Geruchssinn ist so gut ausgeprägt, dass sie Honig und andere Leckereien aus großer Entfernung riechen können.

Mondbären – bzw. Asiatische Schwarzbären (Ursus thibetanus) oder auch Kragenbären – leben auf dem gesamten asiatischen Kontinent in Bergregionen und stark bewaldeten Bereichen. Ihr natürlicher Lebensraum erstreckt sich zwar vom Irak bis Japan, doch die Mehrheit der Mondbären lebt in China. Dort kommen sie vor allem in den nordöstlichen und südwestlichen Provinzen vor, in denen auch die meisten Bärengallefarmen betrieben werden.

Peter Egan at Animals Asia's bear sanctuary in Chengdu, China

Peter Egan at Animals Asia's bear sanctuary in Chengdu, China

Im Jahr 2009 wurde ein Bericht über Bärenpopulationen in der chinesischen Provinz Sichaun veröffentlicht. Der Bericht wurde von einem internationalen Forschungsteam verfasst und von Animals Asia mitfinanziert. Aus der Veröffentlichung geht hervor, dass die zum Schutz des Großen Pandas eingerichteten Reservate auch das Überleben des Mondbären begünstigen. Die Wilderei stellt jedoch weiterhin ein großes Problem dar.

Der Mondbär wurde von der IUCN (Internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) als „gefährdet“ eingestuft. Auch ist er in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) aufgeführt, was ihn in die kritischste Gefährdungskategorie einordnet. Das bedeutet, dass (außer unter sehr besonderen Umständen) keinerlei internationaler Handel mit lebenden Mondbären oder Körperteilen von Mondbären erlaubt ist. Diese Bestimmung wird in zahlreichen Ländern regelmäßig missachtet.

Es stehen zwar keine genauen Zahlen über die Population der Mondbären in freier Wildbahn zur Verfügung, doch wird davon ausgegangen, dass der Bestand in den meisten Regionen abnimmt. Unbestätigte Schätzungen der Anzahl wild lebender Mondbären in China schwanken zwischen 15.000 und 46.000 Tieren.

Angesichts des Mangels brauchbarer wissenschaftlicher Daten über die wild lebenden Bärpopulationen in Asien trug Animals Asia zwischen 2005 und 2009 durch Mitfinanzierung zu einer umfassenden Erhebung der Bestandsdichte in der Provinz Sichuan bei.

Der Asiatische Schwarzbär ist am stärksten von der Nachfrage nach Bärengalle betroffen und er gehört zu der  Bärenart, die am stärksten für die Traditionelle Chinesische Medizin ausgebeutet wird. Nicht zuletzt, weil diese Spezies in der Region einst in großer Anzahl vorkam.

Für den Arzneimittelhandel werden sowohl Mondbären als auch Malaien- oder Sonnenbären, Braunbären, Amerikanische Schwarzbären, Lippenbären, Andenbären und Eisbären genutzt. Der Bestand aller Bärenarten, außer dem Panda, wurde im Dienste der traditionellen Medizin drastisch dezimiert.

Die angeborene Fähigkeit der Mondbären, sich auf die Hinterbeine zu stellen und sich aufzurichten, wird häufig auf grausame Weise zur Unterhaltung ausgebeutet: als Tanzbären in Indien, Kampfbären in Pakistan und Zirkusbären in Vietnam, China und anderen Teilen Asiens.

Nahrung

Die grundsätzlich als Fleischfresser eingestuften Bären sind opportunistisch, wenn es ums Futter geht - eigentlich sind sie Allesfresser. Mondbären sind Allesfresser, bevorzugen aber vegetarische Kost – hauptsächlich Nüsse im Herbst und Obst, Blätter, Bären, Sprossen und Wurzeln zu anderen Jahreszeiten. Gelegentlich lassen sie sich aber auch Aasfleisch schmecken und gehen sogar auf die Jagd.

Die Bären in unseren Rettungszentren werden mit Obst, Gemüse, Nüssen und Hundekeksen gefüttert. Außerdem sind überall im Gehege zusätzliche Leckereien wie Joghurt, Marmelade, Honig und fermentierter Tofu versteckt, die dazu dienen, den Nahrungssuchtrieb der Bären zu stimulieren und sie den ganzen Tag über zu beschäftigen und anzuregen. Ganz nebenbei wird dadurch auch dominantes und agressives Verhalten unterdrückt.

Charakter

Mondbären sind dämmerungsaktive Tiere (bei Sonnenauf- und -untergang am aktivsten) und lieben es, in den Bäumen zu schlafen oder sich in hohlen Baumstämmen und Höhlen einzurichten. Im Winter sind sie im Allgemeinen weniger aktiv als im Sommer. In kälteren oder gebirgigen Regionen lebende Bären halten zwischen November und April in der Regel Winterschlaf oder wählen den Weg ins wärmere Flachland.

In der freien Wildbahn lebt der erwachsene Mondbär normalerweise allein in einem Revier von etwa 6,5 bis 13 km. Die meisten Bären gewöhnen sich in unseren Rettungszentren, in denen keine Konkurrenz um Futter herrscht, problemlos an das Leben in recht großen sozialen Gruppen. Einige Einzelgänger bleiben jedoch auch dort lieber alleine. Unsere Bären verfügen über ausgeprägte individuelle Eigenschaften und viele von ihnen zeigen deutlich ihre Vorliebe und Zuneigung für bestimmte „beste Freunde“.

Mondbären sind höchst intelligent und zeichnen sich durch einen interessanten Stimmbereich aus. Wenn sie fühlen, dass Vorsicht geboten ist, geben sie glucksende oder „Tut-tut-tut“-Geräusche von sich. Sie schnaufen als Warnung oder unmittelbar, bevor sie angreifen. Wenn sie wütend sind oder kämpfen, hören wir sie laut schreien. Weibchen verwenden ihre Stimme oft mehr als männliche Tiere - sie sind in der Regel "gesprächiger".

Im Alter von drei bis vier Jahren beginnen Mondbären, sich fortzupflanzen. In der Regel paaren sie sich zwischen April und Juni und werfen im April oder Mai des Folgejahres ein einzelnes Junges oder Zwillinge. Die als „verzögerte Einnistung“ bekannte Eigenheit der Bären zögert die Entwicklung der befruchteten Eizelle hinaus, so dass die Jungen immer im Frühjahr zu Welt kommen. Dadurch kann die Mutter auf reichlich Nahrung zählen, die sie für die Milchbildung braucht.

Die Jungtiere werden zwar nach vier bis sechs Monaten entwöhnt, bleiben aber die ersten zwei Lebensjahre bei ihrer Mutter. Gerettete Jungtiere, die von Wilderern in den ersten Lebenswochen von ihrer Mutter getrennt wurden, brauchen besonders viel Pflege und Zuneigung. Sie müssen rund um die Uhr mit geeignetem Muttermilchersatz gefüttert und ganz allmählich an feste Nahrungsmittel gewöhnt werden.

Mondbären können in Gefangenschaft rund 35 Jahre alt werden. In freier Wildbahn leben sie normalerweise 25 bis 30 Jahre. Traurigerweise sterben viele der geretteten Bären in unseren Rettungszentren nicht an Altersschwäche, sondern an den Folgen des Galleabzapfens. Fast alle Bären haben schwere gesundheiltiche Probleme, die sie durch die lange Einengung in den viel zu kleinen Käfigen und die Verstümmelung durch Operationen und Gallegewinnungsmethoden auf den Farmen erlitten haben.

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