„Prince“, „Freedom“, „Kalina“ – alle in einem Hängekorb
Die Rettung geht weiter und jeder Tag hat neue Höhen und Tiefen. Wir wollten die Bärin mit der Nummer 50 aus dem Käfig befreien und stellten mit Grauen fest, dass die Käfigtür zugeschweißt war. Die Atmosphäre, die bis dahin voller Hoffnung war – schließlich hatten wir nahezu 10% der 500 Bären aus ihren Käfigen befreit - wurde plötzlich schwer. Nach nervenaufreibenden 10 Minuten mit einer Industriesäge fiel die Käfigtuer auf und wir zogen eine sanft schlafende Bärin zum ersten Mal in ihrem Leben an die frische Luft.
Diese wunderschöne Bärin hat ein Leben voll körperlicher und mentaler Leiden hinter sich: ein rostiger Katheter steckt in ihrem Bauch, gebrochene Zähne sind das Resultat frustrierten Beißens in die Gitterstäbe und die Krallen wurden ihr ausgerissen, um sie ungefährlich zu machen. Sie hat Haarausfall am Kopf, ein Beweis dafür, dass sie als einzige Möglichkeit der Stimulierung ihren Kopf immer wieder gegen die Gitterstäbe gestoßen hat. Während der Gesundheitsuntersuchung wurden Blut entnommen, Zähne geputzt, Ohren gesäubert, Wunden versorgt und Gliedmaßen auf Arthritis untersucht. Danach wachte sie in einem geräumigen Transportkäfig auf und streckte sich das erste Mal in ihrem Leben. Sie benötigt Zeit, sich an den geräumigen Käfig zu gewöhnen, in dem sie sich aufrichten, ihr Fell pflegen und die Muskeln bewegen kann, die in den langen Jahren ihrer Gefangenschaft verkümmert sind. Auf der Liste der Anwärter für eine dringende Operation steht sie ganz oben.
Sie ist nur ein Beispiel unter vielen anderen, die die Wahrheit über das Grauen der Zwangshaltung dokumentieren. „Mona" und „Hairy Mary" hatten leider kein Glück. Beide starben an Peritonitis - Entzündungen, die durch in die Bauchhöhle auslaufende Galle entstehen, - welche eine Folge der ursprünglichen Operation zur Gewinnung der Galle war. Als wir sie begruben, mit Kreuzen auf ihren Gräbern, schworen wir, dass sie nicht umsonst gestorben sind und dass wir ihre traurige Geschichte immer wieder erzählen werden. Zwangshaltung, Katheter, die neue „frei tropfende" Methode, die keinen Katheter benötigt - alle das ist gewissenlos in Anbetracht der vielen Alternativen zur Bärengalle.
Für die Bären, die sich erholen, hat sich das Leben völlig verändert. Nach 23 durchgeführten Operationen zur Entfernung der Katheter füllt sich die Rettungsstation mit Bären in der Rekonvaleszenz. Jeden Tag ermutigen wir mehr Bären, sich in ihrem Bau auf die verkümmerten Hinterbeine zu stellen, um an Erdbeermarmelade und Honig (was sonst!) heranzurreichen. Langsam führen wir verschiedene Bären in Gruppen zusammen, die von behinderten Bärenbabies über krallenlose, kleine Weibchen bis hin zu gleich großen Tieren reichen. Das sanfte, zweibeinige Weibchen „Freedom" ist jetzt in einer kleinen Gruppe integriert und läuft zusammen mit zwei anderen, wunderschönen Babies und der alten Bärendame „Asia" übers Gras. Neulich kam „Kalina" dazu und mit Tränen in unseren Augen konnten wir sehen, dass alle gemeinsam in einen Hängekorb kletterten, um dort das Gefühl der Sicherheit und Wärme zu genießen.
Als wir sie später nach draußen in den Sonnenschein und auf das Gras ließen, waren sie zunächst vorsichtig und bevorzugten die Vertrautheit des Betonbodens. Aber recht bald schon spielten sie „Anfassen und Weglaufen", kletterten auf Gerüste und streckten sich gemeinsam nach Leckereien in aufgebauten Baumstämmen. „Double Happiness" spielte kürzlich mit „Andrew", „Ginny" und „Melody" und startete dann zu ihrem ersten Sprint über das Gras in die Sonne. Der Vergleich zwischen ihrem heutigen Leben und den 20 Jahren, die sie in einem kleinen Käfig verbrachte, könnte nicht drastischer sein.
Es kann nur besser werden und mit Ihrer Hilfe wird es besser.
Bärenumarmungen von
Jill Robinson
Annie und „Andrew" bei der Physiotherapie
Einige der entfernten Katheter
„Crystal“ mit Apfel beim Spielen
Boris schiebt einen Bär ins Krankenhaus
Endlich - Platz und Spielsachen!
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