Haupteingang des Xiongsen Bären & Tiger Bergdorfs in Guilin, China.
Das Xiongsen Bären & Tiger Bergdorf liegt in den Außenbezirken der Stadt Guilin. Zum ersten Mal besuchten es Mitarbeiter von Animals Asia im Jahr 1998. Der damalige Besitzer, Herr Zhou Wie Shen behauptete er besäße sechs Südchinesische Tiger, vier Bengalische Tiger, 60 Sibirische Tiger, 130 Asiatische Schwarzbären, einen Braunbären, 10 Afrikanische Löwen, einen Wolkenleopard und eine goldene Katze. Herr Zhou sagte, erhabe erfolgreich 90 Junge des Asiatischen Schwarzbären gezüchtet und hoffe, bis zum Jahr 2.000 500 Tiger und bis 2005 1.000 Tiger zu züchten. Zu Beginn der Tierschau sagte der Ansager, dass der Park 1.300 Tiger und 400 Bären besäße.
Der damalige Eindruck des Parks war schwach und wir haben später Programme zu Anregung der Tiere übergeben und versucht, den Direktor zu überreden, seine Einrichtung in eine Rettungs- und Ausbildungsstation umzuwandeln.
Beim zweiten Besuch 1999 wurde Animals Asia Zeuge von Lebendfütterungen an Großraubtiere und wir haben diese Praxis danach international bekannt gemacht.
Allgemeine Zustände
Der Park ist heruntergekommen und braucht frisches Geld. Die Gehege sind kahl und es gibt wenig anregende Geräte. Die meisten Tigergehege sind ca. 8m x 8m im Quadrat und in einigen sind kleine Teiche. Größere Gehege für Tiger, Löwen und Bären haben Betondächer als Schutz vor Sonne doch sonst keine Anregungen.
Alle Tiger, Bären und Löwen werden in ihren Außenbereichen eingesperrt, damit das Publikum sie sehen kann. Tiger und Bären laufen vor den versperrten Toren zu den Innengehegen auf und ab.
Beschilderung
Schilder informieren das Publikum, keine Objekte in die Käfige zu werfen und geben Informationen über die Leistungsfähigkeit der Tiere. Kein Schild gibt es zu Themen wie Artenschutz, Erhaltung des Lebensraums und/oder allgemeiner Information über das Verhalten und die Ökologie der Art.
Verhalten der Mitarbeiter
In den Publikumsbereichen waren keine Mitarbeiter zu sehen.
Stereotypes Verhalten
Viele Tiere zeigten stereotypes Verhalten. Zum Beispiel hin- und herlaufende Tiger und sich schaukelnde Bären.
Tierschauen
Das Xiongsen Bären & Tiger Bergdorf hat eine „Grand Parade“ Arena im Freien wo täglich mehrere Schauen stattfinden. Im Inneren gibt es das „Theater der Träume“, auch mit regelmäßigen Schauen während des Tags.
Tierschauen im Freien
In der speziell dafür errichteten Arena haben mehr als 300 Personen Platz. In der großen Arena werden Tiger, Bären, Makakken, Pferde und Kamele gezeigt.
Zuschauer
Die Außentribüne war während der Schau fast leer. Die Anwesenden klatschten und lachten fortwährend.
Inhouse Veranstaltungen
Der Park besitzt eine spezielle geschlossene Arena für über 500 Zuschauer. Dort werden Tiger, Bären und Pferde gezeigt in Vorstellungen, die auf Angst und Unterdrückung gründen. Oft wenden die Zirkusleute negative Verstärkung an und schlagen die Tiger und Bären wiederholt mit Stöcken um sie zu zwingen, Tricks auszuführen, die gegen ihre Natur sind und um den Zuschauern zu zeigen, dass die Tiere nur durch Schmerz und Furcht „kontrolliert“ werden können. Die Bären werden mittels Tauen durch die Nasen kontrolliert.
Gewöhnlich fürchten die Bären und Tiger sich vor den Zirkusleuten und die Tiger kauern sich zusammen wenn diese kommen. Die Tiger versuchen sich natürlich zu verhalten und trösten einander wenn möglich durch Reiben des Gesichts um die sozialen Bindungen zu stärken. Oft sieht man dies zwischen einer Tigermutter und ihren Jungen oder zwischen einem werbenden Pärchen.
Die Publikumsreaktionen während der Veranstaltungen
Während der ganzen Zeit war das Publikum enthusiastisch. Man klatschet und lachte.
Tigerknochen Museum Das Xiongsen Bären & Tiger Bergdorf züchtet Tiger. Es gibt dort ein Museum für Tigerknochen Wein. Man verkauft diesen aber auch Bärengallewein, Bärengalle in Flaschen und Eidechsenwein.
Die Mitarbeiter behaupten, dass die Bärengalle von den Bären im Park stamme. Keiner der ausgestellten Bären zeigte jedoch Symptome von Gallenentnahme. Daher ist es wahrscheinlicher, dass die Bären für die Produktion der Bärengalle in Käfigen und außer Sicht des Publikums gehalten werden. Entweder hier oder auch an einem anderen Ort.
Die Mitarbeiter des Museums verkauften Bärengalle und sprachen über Möglichkeiten, diese illegal aus China zu exportieren.
Zusammenfassung
Die Menschen, die Tiere sehen wie sie fernab ihrer natürlichen Lebensräume untergebracht sind, lernen wenig über diese. Wenn man Tieren ungewöhnliche Tricks beibringt ist das für das Publikum noch keine Erkenntnis und lehrt im nicht den Respekt für Tiere. Es gibt keine Hinweise, dass das Training und die Veranstaltungen ein Ersatz für fehlende Anregungen in den armseligen Gehegen sind. Nach Ansicht von Experten führt die Darstellung dieser verängstigter und gestresster Tiere zu einem falschen Eindruck bei den Zuschauern und die Menschen lernen nichts außer über die Körpergröße des Tiers, sein Aussehen und seine Färbung. Laute Musik während der Vorführungen kann auch zu Stress und schweren Gesundheitsstörungen führen.
Der körperliche Zustand der in den Vorstellungen verwendeten Tiere ist empörend. Tigern und Bären wurden die Zähne abgerissen – da damit das Zahnbein mit den Nerven offen liegt, haben die Tiere starke und chronische Schmerzen und die Umgebung entzündet sich. Einschließlich des Gaumens, des Jochbeins und der Nase. Es scheint, dass die Tiger und Bären auch keine Klauen mehr haben. Auch dies bringt starke Schmerzen mit sich und die Tiere können ihren natürlichen Gewohnheiten nicht mehr folgen.
Die Zirkusleute setzen auf Angst um die Tiere zu kontrollieren und sie zu zwingen, demütigende Tricks zu zeigen. Das zeigt nur den Drang, eine andere Spezies zu dominieren statt Respekt vor den ökologischen Anforderungen dieser Individuen und insgesamt der Rasse, für die sie stehen. Nur für die öffentliche Unterhaltung sollte kein Tier leiden müssen – speziell wenn es zu Einschnitten bei der Gesundheit oder dem Wohlergehen des betreffenden Tieres führt. In diesen Veranstaltungen werden die Tiere dem Publikum in einer demütigenden Weise vorgeführt, die dem Prinzip des Mitgefühls und Respekts entgegensteht.
Viele der gezüchteten Tiger zeigen Zeichen körperlicher Vernachlässigung und ein stereotypes Laufmuster, da ihnen Anregungen fehlen und die Gehege nicht angemessen sind..
Die Ausstellung weißer Tiger zeigt einen Mangel an Wissen und Respekt für die Tiger als Spezies. Wegen der rezessiven Gene, die für die weiße Art verantwortlich sind, ist Inzucht der übliche Weg um weiße Tiger zu züchten. Also mit Vater und Tochter. Dadurch können viele Gesundheitsprobleme entstehen wie Immunschwäche, Scoliose, Gaumenspalten, Geistige Degeneration bis hin zum Tod der Jungtiere. Das Gen für weiße Tiger ist von Nachteil für das Überleben in freier Wildbahn.
Der weitere Verkauf von Tigerknochen Wein, Bärengallewein, Flaschen voll Bärengalle und Eidechsenwein bedeutet für diese Tiere weiteres Leid. Bärenfarmen sind völlig inhuman und bringt den Tod für viele Bären durch Infektionen und Tumore, ausgelöst durch den andauernden Missbrauch ihrer Körper um den Gallensaft zu liefern.
Der Handel mit Tigerteilen ist international verboten. Der in China erlaubte beschränkte Handel ist eine Ermunterung und eine Plattform für die illegale Vermarktung von Tigerknochen Produkten in China. Dadurch wird die wildlebende Population noch weiter reduziert und die Tiger in den Farmen müssen weiter leiden. Das bestehende internationale Verbot des Handels mit Tigerprodukten hat die Nachfrage danach reduziert und daher sollte dieses Verbot nicht unterlaufen, sondern gestärkt werden.
Zoos und Safariparks sind ideal geeignet um das Mitleid mit Tieren zu wecken und das Verständnis über das Wohlergehen und den nötigen Schutz für ein einzelnes Tier und für ganze Arten zu erhöhen. Das Xiongsen Bären & Tiger Bergdorf macht keinen Versuch, dieses Wissen darzustellen und seine Besucher darüber zu informieren. Zum Wohl von Tierschutz und Arterhaltung.
Die Empfehlungen von Animals Asia
Sofortiger Stopp des Handels mit Bärengalle und Tigerknochen Wein
Sofortiges Ende der Bärenhaltung wegen ihrer Galle und der Zucht von Tigern wegen des Knochenweins.
Die Mitarbeiter sollen über die gültigen CITES Gesetze bezüglich des Handels mit Produkten aus gefährdeten Tierarten aufgeklärt werden.
Keine Tiere mehr in Shows und hin zu mehr menschlichen Akrobaten um die Besucher zu unterhalten
Sofortiges Verbot der Entfernung von Zähnen und Klauen bei Tigern und Bären. Größere Gehege und Geräte zur Anregung für die Tiger in dem Park, damit sie ein natürlicheres Verhalten zeigen.
Verbesserungen bei den Bärengehegen und mehr anregende Geräte, damit die Umgebung dem natürlichen Verhalten der Bären angemessen ist und diese mehr ihr natürliches Wesen zeigen können.
Treffen mit Mitarbeitern von Animals Asia um die Haltung der Bären zu besprechen und Rat über tierärztliche Behandlungen, angemessene Unterbringung, ein anregendes Umfeld und bessere Verpflegung einzuholen.
Animals Asia empfiehlt die Schließung dieser Einrichtung, da sie nicht in der Lage ist, eine angemessene Umgebung zu bieten für die ökologischen und verhaltensmäßigen Bedürfnisse dieser großen Raubtiere.