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Robbenjagd in Namibia bedroht die Fellrobben am Kap
22 Juni 2009
Die Türkei ist der Hauptkunde für die Produkte der Massentötung in Namibia
Robbenschlachtung in Kanada:
Nach Jahren der Kampagne durch internationale Tierschutzgruppen und Einzelpersonen hat Anfang des Jahres die Europäische Union endlich ein Verbot von Produkten aus Robben erlassen. Dies, zusammen mit einem früheren Verbot in den Vereinigten Staaten, hat auf den verbleibenden Markt für die Produkte aus den jährlichen Massenschlachtungen von Jungrobben an der Ostküste Kanadas einen enormen Einfluss gehabt.
Daher haben sich viele kanadischen Robbenfänger dieses Jahr entschlossen, keine Robben zu töten. Nach unseren Schätzungen wurden etwa 70.000 Robben dieses Jahr in Kanada getötet. Noch immer eine große Zahl doch weit unter der von der Regierung festgesetzten Quote von 300.000. Damit fiel die Zahl der in Kanada getöteten Robben auf den niedrigsten Stand seit Mitte der 90er Jahre.
Noch ist es ein weiter Weg, bis das kanadische Robbenschlachten nur mehr in den Geschichtsbüchern stattfindet, wo es hin gehört. Doch das europäische Verbot zeigt was man erreichen kann, wenn der Marktzugang für grausame Tierprodukte versperrt wird. So wie die Vertreter der kanadischen Robbenindustrie neue Märkte für ihr blutiges Geschäft suchen, genau so versuchen internationale Tierschutzorganisationen andere Staaten zu überzeugen, dem amerikanischen und europäischen Beispiel zu folgen.
Robbenschlachtung in Namibia:
Leider ist Kanada nicht das einzige Land der Welt mit einem kommerziellen Robbenfang. Mit der Verringerung der kanadischen Fangquote hat dieses Jahr Namibia die traurige Auszeichnung als größter Robbenschlächter erhalten. Jedes Jahr werden zwischen Juli und November in zwei Kolonien etwa 90.000 Kap Fellrobben (auch bekannt als Südafrikanische Fellrobben) brutal mit dem Knüppel betäubt und dann erstochen. Ein Großteil dieses Tötens wird durch ungeschulte Zeitarbeiter durchgeführt, die von den Robbenfängern angestellt werden. Die große Mehrzahl der getöteten Robben ist kein Jahr alt; einige ältere Tiere werden auch erschossen.
Obwohl sie in großen Kolonien leben und nicht in der Roten Liste für gefährdete Arten der IUCN aufgeführt sind, schätzt man, dass die Zahl der Kap Fellrobben in ihrem ganzen Verbreitungsgebiet in Süd und Südwestafrika abnimmt. Die Art wird im Anhang II der Konvention für den internationalen Handel mit gefährdeten Tieren und Pflanzen (CITES) gelistet. Dennoch hat Namibia als einziges Land das die kommerzielle Tötung der Kap Fellrobben erlaubt, die jährliche Quote von rund 60.000 im Jahr 2000 auf den derzeitigen Stand von rund 90.000 angehoben.
Namibia rechtfertigt diese Tötungen durch eine angebliche Reduzierung der Fische und den Schaden für die Fischindustrie durch die Robben (ohne Bezug darauf, was die Fischindustrie selbst an Schaden für den Fischbestand bringt). Sie bezeichnet die Tötung auch als wirtschaftlich wichtig.
Die Verbindung zu Europa:
Die meisten bei der Tötung gewonnenen Robbenhäute werden zunächst mit Genehmigung der CITES für den Weiterverkauf oder die Verarbeitung in die Türkei exportiert. Ironischerweise versucht die Türkei seit Jahren, sich der EU anzuschließen und wäre als Mitglied auch vom Robbenverbot der EU betroffen. Doch bis zu dieser Mitgliedschaft erlaubt die Türkei weiter den Handel mit Robbenfellen aus Namibia. Laut Seal Alert South Africa (http://sealatertsa.wordpress.com),wurden alle Felle aus der Kampagne 2008 von einem Unternehmen aufgekauft, weiterverkauft oder verarbeitet – der Firma Hatem Yavuz. Mit Sitz in Sydney und Büros in Istanbul, Russland und Südafrika betont Hatem Yavuz auf seiner eigenen Webseite „Häute sind unser Geschäft” (http://www.yavuzgrup.com/index.htm).
Die Behörden in Namibia sind bisher nicht auf Argumente gegen die Massentötungen eingegangen. Doch vielleicht sind die Behörden der Türkei dem Vorschlag aufgeschlossen, dass sie ein Verbot des Handels mit Robbenprodukten in Betracht ziehen sollten, um so den EU Anforderungen zu entsprechen. Daher hat Animals Asia an die türkischen Behörden geschrieben und seine Bedenken bezüglich dieser Massentötung und den Handel mit Robbenprodukten durch die Türkei ausgedrückt. Eine Kopie des Briefes ging auch an Hatem Yavuz.
Wir möchten unsere Unterstützer ermutigen, es auch zu tun.
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(Email:
[email protected]
)
Kopie an die Yavuz Group (
[email protected]
)
18 June 2009
Dear Sir,
Trade in products of the Namibian cull of Cape fur seals through Turkey
Animals Asia is a Hong Kong based non-government animal welfare organisation.
As you may know, the European Union introduced a ban on the products of commercial seal culls earlier this year. The ban was achieved after years of representations by groups and individuals from all over the world, concerned with the impact of large scale commercial culling of seals on their conservation and welfare. The ban follows similar action taken some years ago by the United States government.
As a result of the ban, we understand that the numbers of harp seals culled this year in Canada has dropped from over 300,000, to less than 70,000. This now gives Namibia, which slaughters around 90,000 young Cape fur seals (Arctocephalus pusillus) between July and November each year, the grim distinction of hosting the largest commercial seal cull.
Cape fur seals lives along the South and South West coasts of Africa, where they gather in large colonies. Namibia is the only country that sanctions a cull of Cape fur seals. The seals are brutally clubbed and stabbed to death largely by untrained part time casual workers. Not only is the cull cruel, there is also concern that the populations of Cape fur seals are diminishing and that the cull is not sustainable. In spite of this, the Namibian authorities have increased the cull quota from around 60,000 in the year 2000, to some 90,000 currently.
We understand that Turkey is the major country through which the main product of the Namibian cull, ie the seal pelts, are traded. It seems ironic that had Turkey achieved membership of the European Union, then it would now be subject to the recent trade ban. Instead, while it remains outside, the bloody trade in seal products is allowed to continue.
We hereby urge the Turkish authorities to implement a ban on the trade of seal products, to help bring to an end the cruel and ecologically damaging Namibian cull, and to bring Turkey in line with the European Union.
Sincerely,
Mark Jones BVSc MSc (Stir) MSc (UL) MRCVS, Veterinary Surgeon
Animal Welfare Director
Animals Asia Foundation
Animals Asia Foundation Copyright alle Rechte geschützt 2013