Animals Asia Foundation - 50.000 Maulkörbe zur Rettung großer Hunde in Peking
Moosburg, 27.11.2006 - Am vergangenen Freitag hat die Animals Asia Foundation (AAF) dem Bürgermeister von Peking sowie dem Leiter der Polizei in Peking ein dringendes Gesuch verbunden mit einem Vorschlag geschickt. Mit der Bereitstellung von artgerechten Maulkörben für die großen Hunde der Stadt soll eine kurzfristige Lösung für das wachsende Tollwutproblem in der Hauptstadt und eine Möglichkeit zur Rettung von Tausenden geliebter Haustiere ermöglicht werden.
Der bekannte Verhaltensforscher Dr. Roger Mugford hat AAF seine Unterstützung bei der Finanzierung von 50.000 artgerechten Maulkörben zugesagt. Diese sollen an die Pekinger Behörden übergeben und an die Hundebesitzer ausgeteilt werden.
Die Stadtverwaltung von Peking hat bereits mit einer Kampagne zur Ausrottung großer Hunderassen (über 35cm Schulterhöhe) begonnen, von der auch alle nicht registrierten Hunde sowie alle kleineren Hunde betroffen sind, die über das vorgegebene „Ein-Hund-Pro-Familie-Maß hinausgehen. Personen, die sich nicht an die Vorgaben halten, müssen mit einer Strafe von 5.000 Yuan rechnen, außerdem werden die Haustiere in Verwahrung genommen.
Jill Robinson, Gründerin und CEO von AAF, sagte, dass diese Tiere mit großer Wahrscheinlichkeit getötet werden. Die angebotenen Maulkörbe verschaffen ihrer Meinung nach die notwendige Zeit zur Vorbereitung nachhaltiger Lösungen wie die Einführung von Impfprogrammen, Kastration und verantwortlicher Haustierhaltung: „Wir appellieren an die Behörden von Peking, eine Amnestie für alle konfiszierten Hunde zu erlassen, damit die Besitzer ihre Tiere zurück erhalten. Die Hunde könnten die Maulkörbe tragen, sobald sie sich draußen aufhalten, und in der Zwischenzeit kann die Regierung gemeinsam mit Tierschutzorganisationen und lokalen Einrichtungen Regelungen implementieren, die den Hunden ein harmonischeres Zusammenleben in Chinas Gesellschaft ermöglichen.“
Dies würde den Behörden zudem eine finanzielle und personelle Ersparnis ermöglichen, da der Aufwand für das Aufspüren der Hunde, bzw. das Versorgen der Hunde in Heimen entfällt.
Dr. Mugford, ein führender Tierverhaltensforscher, drängt die Regierung, dieses Angebot anzunehmen: „Ein Hund, der einen Maulkorb trägt, kann nicht beißen und daher keine Tollwut übertragen.“
„Auf lange Sicht kommen die verantwortlichen chinesischen Behörden für Human- und Tiermedizin nicht um die Einführung eines obligatorischen Mikrochip-Identifizierungsprogramms sowie eines Impfprogramms herum. Das wiederum wird dazu führen, dass Hunde keinerlei Möglichkeit mehr zur Übertragung von Tollwut haben werden.“
Mugford weiter: „Auch wenn für die Organisation dieser Programme einiges an Zeit benötigt wird, kann das Tragen von Maulkörben bereits innerhalb von Tagen oder Wochen geschehen, sobald die chinesischen Behörden eine Entscheidung getroffen haben.“
Angaben des chinesischen Gesundheitsministeriums zufolge gab es 2.254 Fälle von Tollwut bei Menschen in den ersten neuen Monaten dieses Jahres, 29 Prozent mehr als im letzten Jahr innerhalb dieses Zeitraums.
Jill Robinson sagte, die Zeitung China Daily habe kürzlich berichtet, dass nach Schätzungen eine Million Hunde in Peking existieren, 550.000 davon weder registriert noch geimpft. Dies mache die Auslöschung von Tollwut schwierig und langfristige Lösungen notwendig.
Die „Baskerville“-Maulkörbe, die Peking angeboten werden, bedecken die Front und die Seiten der Hundeschnauze, erlauben dem Hund aber, bei richtigem Sitz, das Hecheln und Trinken, was bei Aktivitäten und heißem Wetter überlebenswichtig ist.
Dr. Mugford erklärte, die Erstversorgung könne kurzfristig per Luftfracht nach China geliefert werden und danach von seinem Partnerunternehmen aus Shanghai: „Diese Option bietet eindeutig eine schnellere, kosteneffektivere und angemessene Lösung für die gegenwärtigen Bedenken im Hinblick auf Tollwut als die Beschlagnahme und voraussichtliche Vernichtung von Hunden einer bestimmten Größe.“
„Maulkörbe alleine sind keine ausreichende Lösung dieses Problems. Es wird darüber hinaus ein vollständiges Aufklärungspaket für die chinesischen Besitzer benötigt, ein subventioniertes Sterilisations-/Kastrations-Programm, Mikrochipping und ein obligatorisches Impfen aller Hunde. Dennoch ist das Tragen von Maulkörben auf öffentlichen Plätzen eine effektive und kurzfristige Regelung bis zum Beschluss einer umfassende Hundehalteverordnung.“
Christie Yang, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit von AAF in China, erklärte, dass Besitzer großer Hunde in China glücklich wären, ihren Hunden Maulkörbe anzulegen, wenn sie die Hunde dafür behalten dürften. Der Maulkorbzwang würde den Behörden nicht nur eine schnelle Lösung bieten, sondern auch die Möglichkeit, Mitgefühl mit den Bewohnern Pekings zu zeigen.
Robinson betonte, dass eine Initiative wie diese eine Ergänzung zu den Statements von Bao Suixian, Leitender Direktor des Büros für Öffentliche Sicherheit im Ministerium für Öffentliche Sicherheit, darstelle. Seine Behörde hatte erst kürzlich 500 Streuner und Familienhunde aufgenommen, die nach dem 13.November festgehalten wurden.
Nach einem Zitat in China Daily vom 16. November erklärt Bao Suixian: „Hunde sind die besten Freunde des Menschen. Menschen haben das Recht, Hunde zu halten, aber auch Menschen ohne Hunde haben Rechte.“
Robinson appellierte an Bao Suixian, einem Treffen mit ihr und Repräsentanten von Tierschutzgruppen zu treffen und gemeinsam Lösungen zu diskutieren, die sowohl Menschen als auch Tieren hilfreich sind.
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