Geretteter Bär kommt in die Rettungsstation von Animals Asia in Vietnam
Ein von der Polizei bei einem Händler im Sa Thay Distrikt der Provinz Kon Tum, nahe an der Grenze zu Kambodscha in Zentralvietnam beschlagnahmter Mondbär wurde in das vietnamesische Rettungszentrum von Animals Asia überführt.
Der Bär wurde als Beweismittel gegen den Händler mehr als ein Jahr lang bei der Polizei gehalten und wog zum Zeitpunkt der Beschlagnahmung weniger als 30 kg. Man nimmt an, dass der Händler ihn an eine Gallefarm verkaufen wollte.
Heute wiegt er etwa 80 kg und „Bon Bon“ – so wird dieses Mondbärenmännchen genannt – kam aus Sa Thay nach einer dreitägigen Tour und über 1.200 km am 13. Dezember 2012 in unserem Rettungszentrum an. Während der langen Reise verspeiste Bon Bon in den Fütterungspausen 30 kg Wassermelonen!
Die Tierärzte von Animals Asia konnten bei einem ersten Gesundheitscheck keine großen Beschwerden feststellen. Doch wir werden Bon Bon sorgfältig weiter überwachen und bald erhält er auch einen umfassenden Gesundheitscheck.
„Wir begrüßen Bon Bon in unserer Familie, gerade rechtzeitig zu Weihnachten. Die Polizei von Sa Thay war äußerst hilfreich dabei, dass der Transport problemlos ablief und hat sogar mitgeholfen, ihn auf unseren Lastwagen zu laden. Wir danken auch der Forstschutzbehörde von Sa Thay für den störungsfreien Verlauf aller administrativen Arbeiten.“
Tuan Bendixsen, Direktor Vietnam bei Animals Asia
Bon Bon bei der Polizei von Sa Thay vor der Rettungsaktion
Nach den seelischen Schäden die Bon Bon erlitten hat bleibt noch viel Arbeit, um wieder einen gesunden Bären aus ihm zu machen. Er ist ängstlich und nervös, besonders wenn Menschen in der Nähe sind und er brüllt, wenn die Bärenarbeiter den Quarantänebezirk betreten. Leider zeigt er auch mehrere Verhaltensstörungen und weigert sich zu fressen, wenn Menschen dabei sind.
Der Abtransport und eine erste Überprüfung durch Animals Asia
Tuan fährt fort:
„Trotz der drohenden Ausweisung hat Animals Asia diesen neuen Bären aufgenommen, da wir seine größte Hoffnung sind. Es gibt noch vier andere Rettungszentren für Wildtiere, die Bären aufnehmen. Doch diese sind klein und überbelegt. Wir haben uns für die Aufnahme entschieden, da wir ein Gehege frei hatten, in dem dieser neu gerettete Bär unterkommen kann. Während der Premierminister noch immer seine Entscheidung bedenkt, können wir uns nicht unsere Verantwortung gegenüber der gefährdeten Bärenart dieses Landes entziehen. Unsere Lage ist schwierig ist, trotzdem ist klar, dass Bo Bon es bei uns besser hat als anderswo.“