Noch mehr Welpen schließen sich unserer Familie an
Unser Vietnam Direktor, Tuan, begleitet von unserer Krankenschwester Fiona und unserem Bärenmanager Bec, war unterwegs, um zwei männliche Bärenwelpen bei der Forstschutzbehörde (FPD) der Quang Tri Provinz im Huong Hoa Distrikt in Zentralvietnam abzuholen. Die Welpen waren von den Grenzzollbeamten im März 2008 beschlagnahmt worden, als man sie in einem Fach unter einem Bus, der aus Laos kam, versteckt fand. Sie wurden begleitet von einem weiblichen Kurier, der den Behörden leider keine weiteren Hinweise auf den Hintergrund der Geschichte gab. Das Verfahren ist anhängig.
Das Rettungsteam startete von unserem Büro in Hanoi aus am 22. Juni, einem Sonntagmorgen, und kam gegen 11.30 Uhr am nächsten Tag am Zielort an. Ihr erster Halt war die zentrale FPD-Stelle, so dass Tuan den Direktor treffen und eine Erlaubnis für den Transport der Welpen erhalten konnte. Danach waren es noch 70 Kilometer zur lokalen FPD-Stelle und schließlich zu den Welpen. Nach ersten Beobachtungen schienen sie beide munter und aufmerksam, als man sich ihnen näherte, wachsam, aber nicht übermäßig verschreckt. Die Welpen waren in Drahtkäfigen untergebracht, die unter einer überdachten Veranda standen. Sie wurden ausschließlich mit Kondensmilch aus Dosen gefüttert. Beide Welpen hatten wässrigen Durchfall, schienen aber ansonsten in ganz guter Verfassung zu sein. In der Nähe von Menschen waren sie aufgeregt und leicht erregbar.
Fiona bot beiden Welpen Wasser an, obwohl der Anblick der hellgelben Schüssel sie zurückweichen ließ. Dann entschied Fiona sich stattdessen für die Flasche, aus der sie Wasser saugten und nach anfänglichem Zögern nahmen sie auch die zugesetzten Elektrolyten an. Unser Team war glücklich, dass die beiden so gut tranken. Fiona saß eine Weile bei ihnen, um sie zu beobachtete und nach einer kurzen Diskussion erhielten sie auch ihre Kosenamen – Goblin (Kobold) und Snippy (Schnippelchen – nicht wegen seines Charakters, sonder wegen des weißen Fellflecks auf seiner Nase!).
Danach gaben wir den Welpen etwas Stroh, was zunächst eine „Ich bin ein großer Furcht erregender Bär“-Antwort hervorrief, aber dann doch als etwas angenommen wurde, womit man schön spielen kann. Snippy war etwas selbstbewusster und interessierter an neuen Dingen, leicht durch Bewegungen und Geräusche abzulenken, während Goblin glücklich war, dass er die ungewohnten Dinge zuerst ausprobieren durfte! Ihr bevorzugtes Spielzeug wurde ein Handtuch und wie zwei glückliche kleine Bären spielten sie ganz zufrieden Tauziehen damit.
Unter Beobachtung erschienen beide, Snippy und Goblin, relativ gesund. Ihre Augen und Nasen waren klar und frei von Ausfluss. Ihre Ohren waren behaart und schienen sauber, obwohl das Fell auf der Rückseite ihrer Ohren dünn war. Beide Welpen zahnten, hatten aber bereits alle vier Eckzähne, die Vorderzähne und Backenzähne brachen gerade durch. Beide waren in einem generell guten körperlichen Zustand, ohne Abnormalitäten. Ihre Bäuche waren rund, aber nicht aufgebläht. Rund um den Schwanz war ihr Fell etwas schütter und kleine Wunde/offene Stellen waren auf ihrer Stirn, eventuell Transportverletzungen. Aber sie heilten gerade ab und waren nicht entzündet. Beide Welpen waren fröhlich, aufgeweckt und reagierten.
Nachdem sie mit einer warmen Flasche (Esbilac) gefüttert worden waren, brachte man sie zum Wiegen nach draußen und übergab sie an uns. Beiden ging es ganz gut, sie riefen zwar nicht, waren aber offensichtlich ängstlich und nervös, was wohl als nächstes geschehen würde. Als sie sicher in ihren Transportboxen lagen, gab Fiona ihnen noch mehr Elektrolyten und sie legten sich schlafen. Kurz darauf wurden sie in den Wagen geladen und waren auf dem Weg.
Während der nächsten sechs Stunden wurden die beiden Welpen immer wieder wach und wurden jedes Mal gefüttert, bevor sie sich wieder zum Schlafen hinlegten. Das Team stoppte gegen 21:30 Uhr für die Nacht. Während das Team zu Abend aß, schliefen die beiden ruhig im Hotel. Nach einem letzten Mahl fielen alle in den Schlaf – aber nicht lange! Die Welpen wurden gegen 3:00 Uhr putzmunter – Fiona sah nach ihnen und bot ihnen Wasser an, aber die beiden waren daran nicht interessiert. Sie wollten einfach raus und umhertollen. Allmählich schliefen sie aber wieder ein – genauso wie Fiona!
Gegen 6.15 Uhr waren alle wieder munter. Die beiden Welpen tranken Milch und liefen ein bisschen umher, bevor es wieder auf die Straße ging, um das letzte Stück auf dem Nachhauseweg zu bewältigen. Die Rückfahrt nach Tam Dao lief wirklich gut, ohne Reiseübelkeit bei einem der Welpen; sie tranken normal und schliefen viel, was zu erwarten war nach all der Aufregung und Ernährungsumstellung. Beide hatten Durchfall, aber nicht sehr schlimm – es gefiel ihnen überhaupt nicht, dass ihr Käfig schmutzig war, aber sie setzten sich trotzdem hinein, nachdem er gereinigt worden war. Alle drei bis vier Stunden wurden sie gefüttert, es sei denn, sie schliefen oder hatten kein Interesse. Dann ließen Fiona und Bec sie in Ruhe.
Als das Team in Tam Dao ankam, hatte unsere Krankenschwester Candice den ehemaligen Welpenbereich von Marmite in Erwartung der Welpen neu hergerichtet. Das Team packte die beiden dorthin und ließ die Welpen aus ihren Käfigen. Sie waren etwas unsicher und so wurde beschlossen, ihnen Zeit zum Eingewöhnen zu lassen und sie am nächsten Morgen in der Früh wieder zu füttern. Nachdem sie sich wieder etwas entspannt hatten, gab es ein kleines Problem mit den beiden, die hoch hinaufkletterten. Aber irgendwie gelang es dem Team, sie herunterzulocken und alles aus dem Gehege zu nehmen, von dem aus man hochspringen konnte. Sie haben eine der hölzernen Welpenkisten als Bett und dürfen auch in die beiden grünen Kisten, die sie offensichtlich mögen und wo sie auch gefüttert werden. Snipy und Goblin sind zwei ganz stabile kleine Bären und leben sich sehr gut ein.
Goblin akzeptiert die lebenswichtige Flüssigkeit aus der Flasche.
Goblin ist der größere der beiden Welpen und möglicherweise das ältere Geschwisterchen. Er ist weniger neugierig als Snippy, verspielt, aber vorsichtig.
Die unternehmungslustige Snippy packt ihr Spielzeug ganz fest – wieder eine neue Erfahrung!
Nachdem Goblin offensichtlich entschieden hat, dass sein neues Zuhause sicher und stabil ist, macht er ein Nickerchen.
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