Am 30. Juli gab die staatliche Forstverwaltung als Reaktion auf das negative Presseecho wegen der Misshandlung, dem Missbrauch und Tod von Tieren in chinesischen Zoos und Safariparks eine Verlautbarung heraus, in der sie auf das Management von Zoos, Safariparks und Zirkussen in China einging. Darin wir zur Inspektion und weiteren Verbesserungen beim Tierschutz und beim Umgang mit Tieren aufgerufen. Wir gratulieren der Regierung zu dieser Veröffentlichung und bieten den Behörden Informationen für tiergerechte Unterbringung und unsere Hilfe zur Verbesserung der Zustände für die Tiere in Zoos und Safariparks an. Wir fordern auch die Entwicklung eines staatlichen Lizenzierungssystems in China für Einrichtungen, in denen Tiere gehalten werden. Anbei ist das Statement und unsere Antwort darauf.
30. Juli 2010
Bekanntmachung der staatlichen Forstverwaltung (SFA) zur Korrektur, Überwachung und Inspektion der Umstände bei der Zähmung wilder Tiere sowie der Züchtungspraktiken bei Unternehmen, die Wildtiere ausstellen und sie zu Kunststücken anleiten.
Bears force to 'box' at Xiangjiang Safari Park, Guangzhou
Ein Elefant wird zum Kopfstand gezwungen – Chuanlord Manor Holiday Park, Foshan
Solche Unternehmen, wie Zoos und Safariparks, haben die Aufgabe, die Bevölkerung zu den Themen Naturschutz zu unterrichten und das Verständnis für Ökologie zu verbreitern. Hinzu kommen Erholung und Unterhaltung für die Öffentlichkeit, der Erhalt von Wildtierarten und wissenschaftliche Forschungen zu Themen wie Zähmung und Zucht. Einige dieser Unternehmen konzentrieren sich jedoch zu sehr auf den Aspekt des finanziellen Gewinns. Sie behandeln Wildtiere schlecht und sind entgegen den geltenden Bestimmungen in den Handel mit Produkten aus Tieren verstrickt. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen, bei denen Tiere getötet werden oder Tiere Menschen angreifen. Häufig findet man abstoßende Werbung und Informationen, die das Publikum fehlleiten. All dies widerspricht dem Ziel, das Verständnis für Ökologie zu verbreitern und hat auch zu möglichen Gefahren für die Gesundheit bei seltenen oder gefährdeten Arten von Wildtieren aber auch der Öffentlichkeit geführt. Das schadet dem Ansehen des Tierschutzes in China.
Die SFA hat entschieden, die Zähmungs- und Züchtungspraktiken sowie anderer relevanter Aktivitäten dieser Unternehmen insgesamt zu berichtigen, zu überwachen und zu prüfen.
1. Die Eigenüberwachung und -korrektur für Schausteller von Wildtieren soll organisiert werden.
Alle diese Unternehmen, einschließlich Zoos, Safariparks, Wildtierzoos und Zirkussen sollen eine Eigenüberwachung und -korrektur bei ihren Zähmungs- und Züchtungsbereichen installieren. Dies umfasst die technischen Fähigkeiten, die Finanzierung, die Regulierung, Notfallpläne, Dokumentation, die Markierung der Tiere, die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, den Betrieb und das Management etc., die den entsprechenden Gesetzen und Vorschriften entsprechen müssen. Es ist keine marktschreierische Werbung oder die Möglichkeit zum direkten Kontakt der Besucher zu den Tieren, der missbräuchliche Einsatz bei Vorstellungen oder die Zusammenarbeit mit Händlern von auf Tieren basierten Produkten mehr erlaubt. Wenn Regeln und Vorschriften fehlerhaft sind, müssen sie sofort geändert werden. Dies gilt auch für das Management, die Unterbringung in primitiven Unterkünften. Verschiedene Risiken und versteckte Gefahren müssen eliminiert und Notfallpläne entwickelt werden. Die Gesundheit von Populationen seltener oder gefährdeter Tiere aber auch der Besucher muss sichergestellt sein. Alle betroffenen Unternehmen sollen an die zuständige Provinzverwaltung für Forstschutz berichten und ihre Arbeiten bezüglich der Eigenüberwachung und -kontrolle vorstellen.
2. Die Regeln, Überwachung und Inspektion der Verbesserungen muss gestärkt werden.
3. Zeitweise Aufhebung der behördlichen Lizenz für den Einsatz von gezähmten und von Wildtieren zum Zweck der Ausstellung und Vorführung und zur Auswilderung von Wildtierarten.
Vom 30. Juli bis 31. Dezember 2010 wird diese Lizenz ausgesetzt.
From July 30 to Dec 31, 2010, the administrative license application for domesticating and breeding wild animals under special state protection aiming at animal display and performance and for introducing wild animal species is temporarily suspended.
4. Zusammenfassung und Beurteilung der Verbesserungsarbeiten.
Die Forstverwaltung einer jeden Provinz soll Vorschläge und Terminvorgaben erlassen, um bestehende Probleme und Missstände zu beheben, nachdem sie die Berichte der Unternehmen bezüglich ihrer Selbstkorrekturen erhalten hat. Unternehmen die den Bestimmungen nicht entsprechen, sollen geschlossen werden bis sie die Missstände korrigiert haben. Eine Strafe sowie die Einziehung der Lizenz zur Zähmung und Zucht von Wildtieren muss erfolgen. Die Wildtiere werden beschlagnahmt und der Fall muss an die Justizabteilung zur Aburteilung entsprechend der Gesetze übergeben werden.
5. Die Vorbildfunktion, volle Verantwortlichkeit, das positive öffentliche Bild muss gestärkt werden. Es muss sichergestellt werden, dass die Korrekturen, die Überwachung und die Inspektionen greifen.
10. August: Die Antwort von Animals Asia auf das Statement der SFA zum Management von Zoos und Tierschauen
Ein Bär muss auf einem großen Ball balancieren – Nanjing Pearl Forest Safari Park, Nanjing
Ein Löwe springt durch einen brennenden Reifen – Peking Wild Animal Park
Animals Asia gratuliert der staatlichen Forstverwaltung (SFA) zu ihrem Statement (30. Juli) zur Korrektur, der Überwachung und Inspektion der Praktiken bei der Zähmung und Züchtung von Wildtieren und bei Tierschauen.
Wir freuen uns, dass das SFA einen so bedeutenden Schritt getan hat und die wichtigsten Missstände beim Tierschutz und dem Tiermanagement eingesteht, die in vielen Zoos und Safariparks in China herrschen. Mit dieser Darstellung des Missbrauchs und der Vernachlässigung von Wildtieren und gefährdeten Arten während der Tierschauen, der illegale Handel mit Produkten auf Basis von gefährdeten Tierarten, die fehlende tierärztliche Versorgung in den Zoos und die mangelhaften Management Praktiken startet das SFA einen positiven Wandlungsprozess.
In den zurückliegenden 11 Jahren haben unsere Untersuchungsteams Zoos und Safariparks in ganz China besucht und den Missbrauch und die Vernachlässigung dieser Tiere bei den zirkusähnlichen Vorstellungen sowie der entsetzlichen Lebensbedingungen, die viele dieser Tiere gezwungen sind zu ertragen, dokumentiert. Hier sind weitere Details der jüngsten Untersuchungen.
So wir zum Beispiel Löwen und Tigern Zähne und Klauen herausgerissen; Bären haben einen Metallring in der Nase und müssen auf Motorrädern fahren, Kunststücke machen oder gegeneinander „boxen“. Dazu werden sie von ihren Trainern mit Stöcken geschlagen und gestoßen; Elefanten müssen Kopfstand machen und auf ihren Vorder- oder Hinterbeinen laufen, Tiger müssen auf dem Rücken verängstigter Pferde reiten und Affen fahren Fahrrad. All dies findet sich in Zoos und Safariparks in ganz China. Kühe, Schafe, Schweine, Hunde, Hühner und Enten werden Tigern, Löwen und Bären bei den weiter geduldeten Praktiken der „Lebendfütterung“ im Namen der Unterhaltung zum Fraß vorgeworfen.
In vielen Safariparks werden auch Produkte aus gefährdeten Tierarten verkauft. Noch im Januar 2010 wurde Mitarbeitern von Animals Asia illegal Tigerknochenwein bei einem Besuch des Bi Feng Xia Safariparks in Ya’an angeboten und in dem Tiger und Bären Bergdorf Xiongsen in Guilin steht weiter offen Tigerknochenwein zum Verkauf. Hier ist mehr dazu.
Dazu ist die Unterbringung der Tiere in chinesischen Zoos in der Regel weit unter annehmbaren Standards für das Wohlergehen von Tieren in Gefangenschaft. Oft fanden unsere Mitarbeiter schweres stereotypes Verhalten auf Grund unzureichender Unterbringung und eines Mangels an Abwechslung. Soziale Tiere sind einzeln eingesperrt und Tiere leiden an Verletzungen und Krankheiten.
Im Anbetracht dieser Fakten gratuliert Animals Asia jetzt der SFA dafür, dass sie zu einer Inspektion dieser Unternehmen aufruft um deren allgemeines Management, verbotene Praktiken und den Missbrauch von Tieren in Veranstaltungen zu bewerten. Wir bieten unsere Unterstützung bei diesen Inspektionen an. Ein solcher Prozess sollte idealer Weise von einer unabhängigen Stelle durchgeführt werden statt durch eine Eigeninspektion, da die Ergebnisse dabei möglicherweise manipuliert werden können. Daher stellen wir den Behörden gern Material zur Verfügung, das wir in den jüngsten Untersuchungen gesammelt haben um diese Variante zu unterstützen.
Wir gratulieren der SFA auch dazu, dass die Provinzbehörden angewiesen wurden, die durch den Inspektionsprozess sich ergebenden Mängel beim Management, der illegalen Praktiken und dem unzureichenden Tierschutz zu verbessern. Wir bieten dazu den Provinzbehörden unsere Unterstützung an, wo es möglich ist. Darüber hinaus freuen wir uns, dass die Lizenz zur Zähmung und Züchtung von Wildtieren, die unter dem besonderen Schutz des Staates bei Tierschauen eingesetzt werden, zeitweilig ausgesetzt wurde.
Wir begrüßen zwar die empfohlenen Maßnahmen, die das Potential haben, die negativen Aspekte bim Management und dem Schutz der Tiere zu verbessern und damit Leiden und Tod von Tieren zu verhindern. Der weiter gehende illegale Handel mit Produkten von gefährdeten Arten und die schlechte Verwaltung von Unternehmen. der eine beträchtliche Zahl von Tieren zum Opfer gefallen ist und die auch ein großes Risiko für die öffentliche Sicherheit darstellt, erfordert dringend allgemein gültige Verhaltensregeln um eine beständige und anhaltende Verbesserung der Management Praktiken und des Tierschutzes sicher zu stellen.
Animals Asia empfiehlt die Annahme der folgenden Empfehlungen um das Management der Unternehmen mit gefangen gehaltenen Wildtieren und die Gesundheit und in China das Wohlergehen von Wildtieren in Gefangenschaft zu verbessern:
1. Einführung eines staatlichen Lizenzsystems für alle Unternehmen, die Wildtiere in Gefangenschaft halten mit anschließender periodischer Beurteilung auf der Basis von Kriterien für das Management und das Wohlergehen der Tiere;
2. Entwicklung einer praktischen Richtschnur für Unternehmungen die Tiere in Gefangenschaft halten, die auch die fünf Freiheiten des Tierschutzes beinhaltet. Im einzelnen sollte dabei auf die folgenden Gebiete eingegangen werden:
Bereitstellung von Futter und Wasser
Bereitstellung eines passenden Lebensraums
Schutz der Gesundheit (einschließlich grundlegender tierärztlicher Einrichtungen)
Die Möglichkeit, das normale Verhalten zeigen zu können
Schutz vor Furcht und Angst
Transport und Umzug von lebenden Tieren
Beschaffung von Tieren
Einsatz von Tieren in öffentlichen Vorstellungen
Artenschutz und Schulung
Forschung
Öffentliche Sicherheit
Dokumentationswesen
Mitarbeiter und deren Ausbildung
Bereitstellung sanitärer Anlagen
3. Die jeweiligen Unternehmen sollen ermutigt werden, Arbeitsgruppen für die Beurteilung des Wohlergehens und einer anregenden Umgebung einzurichten um die durch das Lizenzierungssystem vorgegebenen Minimalstandards zu übertreffen.
4. Verbot der Praxis der Lebendfütterung von Raubtieren zum Zweck der Unterhaltung des Publikums
5. Verbot des gemeinsamen Fotografierens von Wildtier und Besuchern
6. Verbot des Einsatzes von Wildtieren in zirkusähnlichen Veranstaltungen, in denen Tiere gezwungen werden, ein gegen ihre Natur gehendes Verhalten zu zeigen.
Wir empfehlen, dass das Lizensierungssystem von einer „Zentralen Zoobehörde“ verwaltet wird, die die Unternehmen überwacht, reguliert und solche die den Standard nicht erfüllen auch schließt. Hinzu kommt die Beratung und Unterstützung zur Verbesserung des Tierschutzes. Eine solche zentrale Zoobehörde würde auch die Inspektionen veranlassen inklusive der Wiedervergabe von Lizenzen.
Diese Zentrale Zoobehörde könnte auch den Zoos finanziell beistehen, damit diese die Zustände für die Tiere und die generelle Administration verbessern. Animals Asia empfiehlt, dass diese Behörde eine „Nationale Zoopolitik“ entwickelt die in Zusammenarbeit mit internationalen zoologischen Verbänden und NGOs die oben genannte Richtschnur entwickelt. Dieses Dokument sollte die Basis sein für die Voraussetzungen, die ein Unternehmen dieser Art zu erfüllen hat um eine Lizenz zu bekommen.
Ein solches Lizenzierungssystem für Unternehmen die mit Wildtieren arbeiten hätt eine Reihe von Vorteilen:
Regelmäßige Beurteilungen zeigen Managementprobleme frühzeitiger auf, ehe sie schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehend er Tiere haben. Dadurch wird auch die Einführung neuer Vorgaben erleichtert, die solche Mängel abstellen sollen.
Entwicklung eines Registers aller mit Wildtieren befasster Unternehmen in China. Dies würde die Verbreitung von Informationen erleichtern und dadurch dem Management zum Wohl von Tierschutz, Artenschutz, öffentliche Information und Forschung helfen.
Illegal arbeitende Unternehmen oder solche, die beständig die Minimalstandards nicht erfüllen, wie sie durch eine solche „Nationale Vorgabe“ gegeben werden, können für die Öffentlichkeit geschlossen werden um den Tieren dort zu helfen.
Zusätzlich empfehlen wir der chinesischen Regierung, dass alle Unternehmen die sich mit der Haltung von Wildtieren befassen, den folgenden internationalen Konventionen und Rahmenwerken verpflichten:
1. Konvention über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten von Fauna und Flora (CITES): Für die Beschränkung des Handels und einen besseren Artenschutz
2. Konvention über Biodiversität (CBD 1992): Für eine nachhaltige Entwicklung
3. Internationale Union zur Erhaltung der Natur und der natürlichen Ressourcen: Richtlinien zum Schutz von Wildtieren und den nachhaltigen Nutzen von Ressourcen: Richtlinien für die Wiederansiedlung von Tieren und Pflanzen
4. Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE): Richtlinien für amtliche Veterinärgesellschaften zur Vermeidung und zum Umgang mit Ausbrüchen von Tierseuchen und Vorschriften zur Sicherstellung von Tierschutzstandards bei Tiertransporten
Wir empfehlen, dass die betreffenden Behörden den Zoos und Safariparks Unterstützung bieten damit sie die Ethikstandards und Tierschutzstandards der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA) erfüllen können.
Animals Asia versteht, dass viele dieser Empfehlungen derzeit idealistisch sind. Doch wir bieten der SFA und einzelnen Unternehmen die Tiere halten Unterstützung und Rat, um den Prozess zu beginnen, der zu ihrer Einführung führt. Zum Wohl der Tiere in den Zoos und Safariparks in China.
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