Seit dem Aufkommen der Bärenfarmen in den frühen 1980er Jahren wurden verschiedene, schockierende Techniken zum Abzapfen von Bärengalle entwickelt und angewandt.
1. Latexkatheter
Ein enger Latexschlauch wird unter der Haut verlegt und operativ mit der Gallenblase verbunden. Der Farmer entnimmt die Galle durch das Ende des Latexschlauches, das kurz über dem Oberschenkel aus der Haut des Bären heraustritt. Animals Asia hat einige Bären mit solchen „altmodischen Latexkathetern“ übernommen. Da diese Technik Mitte der 80er Jahre abgelöst wurde, müssen wir davon ausgehen, dass die betreffenden Bären seit 20 Jahren in Käfigen eingesperrt waren.
Das größte „Problem“ bei der Verwendung von Latexkathetern bestand darin, dass sie sehr leicht mit Gallengranulat oder anderen Materialien verstopften, und daher nicht als effektive Methode gewertet wurden. Als Folge trat eine weitere Technik in Erscheinung, die man als altertümlich bezeichnen muss.
2. Metallkorsette
Ein Latexschlauch wird mit einem Flüssigkeitsbeutel in einer Metallbox verbunden, die wiederum so in ein Metallkorsett eingearbeitet ist, dass die Box unter dem Bauch des Bären fest fixiert wird. Die Galle tropft nun durch den Schlauch in den geschützten Flüssigkeitsbeutel, der alle zwei Wochen von dem Farmer geleert wird.
Erst Anfang 2004 entdeckten wir zwei Farmbären in Tianjin, die unter dieser entsetzlichen Technik litten. Zusätzlich zu den offensichtlichen Infektionen und Schmerzen verursachen die ca. 10 kg schweren Metallkorsette massiven Haarverlust und führen zu Hautirritationen am ganzen Körper. Auch für den Farmer war diese Abzapfmethode sehr gefährlich. Denn um die Galle aus dem Flüssigkeitsbeutel zu entfernen, musste er zunächst unter den Käfig kriechen und eine ganze Weile dort bleiben, um die Metallbox zu öffnen, in der sich der Beutel befindet. All diese Probleme führten dazu, dass die Verwendung von Metallkathetern verstärkt zum Einsatz kam.
3. Metallkatheter
Die Länge eines Katheters variiert von 13 bis 19 cm. Er wird operativ in die Gallenblase des Bären implantiert und ermöglicht den Farmern, den Bären täglich Galle abzuzapfen. Um die Bären zu melken, werden sie dazu verlockt, sich flach auf den Boden des Käfigs zu legen, um so an das Futter zu gelangen, das ihnen in einer flachen Schale angeboten wird. Dabei ist es dem Farmer möglich, an den Bauch des Bären und den Katheter heranzukommen. Oft wurde dabei ein Quetschgitter aus Metall auf den Bären herabgedrückt, der dadurch in dieser flachen Position verharren musste, bis der Farmer die Galle abgezapft hatte. In vielen Fällen haben sich die Farmer nicht einmal die Mühe gemacht, das Quetschgitter wieder nach oben zu ziehen. Es war entsetzlich, wie viele Bären wir sehen mussten, die dadurch ständig in eine flache, kauernde Haltung gezwungen waren. Diese Bären mussten in den Käfigen über Jahre mit flach auf den Boden des Käfigs gepressten Körpern verharren.
4. „Frei tropfende” Technik
In den vergangenen Jahren haben chinesische Bärenfarmer eine neue und angeblich humane, „frei tropfende“ Methode der Galleextraktion eingeführt.
Diese Methode verwendet keine Katheter, sondern eine permanente Öffnung, auch Fistula genannt, die brutal in den Bauch des Bären und die Galle geschnitten wird, und aus der die Galle dann „frei heraustropft“.
Bei dieser Art der Galleextraktion werden die Bären genauso behandelt wie bei der Verwendung von Metallkathetern. Um an Futter oder Honig zu kommen, müssen sich die Tiere flach auf den Boden des Käfigs legen. Währenddessen stößt der Farmer einen nicht sterilen Schlauch in die Gallenblase und zerstört dabei die empfindliche Membran, die sich über der Öffnung gebildet hat. So kann die Galle dann in eine Schale fließen, die sich unter der Körperöffnung befindet.
Die Schäden, die durch die in den Bauchraum austretende Galle entstehen, zusammen mit der Entzündung der permanenten Öffnung sind mindestens genauso schlimm wie die der alten Methoden und bewirken eine hohe Sterblichkeitsrate auf den Farmen.
Es ist kaum zu fassen, aber unsere leitende Tierärztin hat im Zusammenhang mit den notwendigen Operationen festgestellt, dass etliche der von uns geretteten Bären Opfer aller beschriebenen Methoden zum Abzapfen von Galle waren.
5. „Scheinbar frei tropfende” Technik
Im Januar 2005 entdeckte das Veterinärteam von Animals Asia, dass eine neue Technik des Galleabzapfens an den Bären getestet wurde - die "scheinbar frei tropfende" Technik. Statt einer "Fistula" oder Öffnung im Bauch fügen die Farmer nun ständige, durchsichtige Plastikkatheter in die Öffnung. Diese Form der Katheter ist fast nicht zu erkennen, es sei denn, der Bauch wird rasiert und genau untersucht. Diese neue Technik widerspricht Chinas aktuellen Verordnungen die Bärenfarmen betreffend.
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| Ein Latexkatheter, der von der Gallenblase bis über den Oberschenkel verläuft |
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| Metallkorsette sichern Latexkatheter und Flüssigkeitsbeutel, in dem sich die Galle ansammelt |
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| Stahlkatheter, in den Bauch hineinoperiert |
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| Stahlkatheter – alle aus unseren Bären entfernt |
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| Die neue und angeblich „humane“ frei tropfende Technik |
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| Die "scheinbar frei tropfende" Technik. Durchsichtige Plastikkatheter werden versteckt - wie in dieser entfernten Galleblase zu sehen ist. |
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