Kung Hei Fat Choi und ein Frohes Neues Jahr des Pferdes an alle unsere Freunde und Unterstützer auf der ganzen Welt! Das vergangene Jahr war wie eine große Lektion für uns alle und alles andere als einfach. Aber wir machen weiter mit unserer Arbeit für diese beeindruckenden Tiere, die nicht nur überlebt haben, sondern sogar aufgeblüht sind – offenbar mit dem Vorsatz, die Leiden ihrer schrecklichen Vergangenheit hinter sich zu lassen. Allen Schwierigkeiten zum Trotz haben die letzten sechs Bären, die im September 2001 in unserem Rettungszentrum ankamen, auf wundersame Weise überlebt.
Little Sausage, die mit ihren vereiterten Pranken so dünn und erschöpft war, wurde nicht zur Adoption freigegeben. Wir hatten befürchtet, dass sie nicht überleben würde. Heute ist Sausage die frechste Bärin unter allen und sie benutzt ihre eben erst geheilten Pranken, um nach Eimer und Besen zu grabschen, während die Tierpfleger ihren Erholungskäfig säubern.
Kainara trug bei ihrer Ankunft die Narben einer Fußfalle und hat nur eine einzige Kralle behalten, die auf groteske Weise aus einer schlimm zerstörten Klaue hervorsteht. Pinetree war ein verstörtes Bärenjunges, das in seinem kurzen Leben nur Elend erfahren hatte. Beide sind zu vertrauensvollen, neugierigen und schönen Bärendamen aufgeblüht.
Belton Kleberg erhält die Zuneigung aller. Weil er in einer Schlingenfalle gefangen wurde, fehlt ihm ein Hinterlauf, aber dafür hat er Vordertatzen in der Größe von Schneeschuhen. Er hat inzwischen einen ganz persönlichen Trick perfektioniert und schleudert seine Futterschale über den Boden, in fröhlicher Erwartung seines Fressens - eine Leidenschaft, die ihn voll und ganz einnimmt! Es ist kaum zu glauben, welches Vertrauen dieser Bär zeigt, dessen Gallenblase vom schockierten Operationsteam entfernt werden musste, nachdem sich herausstellte, dass sie mehr als zwei Liter Eiterflüssigkeit enthielt.
Dann gibt es noch Annie, die den gleichen Namen wie unsere Media-Direktorin trägt, und als vernarbte und sehr unglückliche Bärin bei uns ankam. Inzwischen hat sie sich zu einem immer mehr vertrauenden Tier entwickelt, ähnlich wie die einäugige Gladly, die nicht mehr bei jedem neuen Geräusch oder jeder unerwarteten Bewegung überreagiert.
Beverley Elmer, unsere hingebungsvolle Tierpflegerin, die verstörte Bären durch stundenlanges gutes Zureden zum Essen bewegt oder den kranken Tieren Arzneien verabreicht, ist selbst eine recht „seltene Art”. Im letzten Jahr hat Bev an der Seite von Gail, unserer leitenden Veterinärin, Tiger Bradley und Stuart Ryan, zwei außerordentlich fähigen und großmütigen Tierärzten, gearbeitet. Ebenso mit der unermüdlichen Tierpflegerin Annette Pule und dem engagierten Assistenzarzt Dr. John Wedderburn – sie alle geben uns so großzügig von ihrer Zeit und ihrem Können ab... und erhalten als Gegenleistung nur eine unbegrenzte Versorgung mit Schokolade!
Allmählich erholen sich diese sechs Bären in ihren geräumigen Beobachtungskäfigen und schon bald werden sie für die Zusammenführung mit Aussie, dem dreibeinigen Andrew und seinen Freunden in unserem Rettungszentrum bereit sein. Dann werden alle in unser neues, mit Bambus bewachsenes Freigelände entlassen Die Zeichnungen und Pläne dafür befinden sich im Endstadium und stundenlange Gespräche mit Regierungsbeamten und Anwälten in China und in Hongkong sind an der Tagesordnung, während wir uns zusätzlich mit Verträgen über Landpacht und mit Memoranden beschäftigen. Wir drängen auf einen Vertragsabschluss, damit wir endlich mit den Baumaßnahmen beginnen können. Tatsächlich verschlingt die Arbeit an den Verträgen mehr Zeit als das eigentliche Bauvorhaben. Aber dank der unschätzbaren, wertvollen Hilfe und Unterstützung unserer Partner in der Regierung (CWCA in Peking und Sichuan Forst Behörde) kommen wir unseren Ziel immer näher.
Glücklicherweise haben nun alle unsere 64 Bären lebenslange Sponsoren gefunden, die ohne zu zögern ihre Hilfe angeboten haben – obwohl niemand sicher sein konnte, ob die Bären überleben würden. Wir werden ewig dankbar sein für die Großzügigkeit der Menschen, die mitgeholfen haben, das Projekt der Bärenrettung in China zu finanzieren – und die uns Mut und Zuversicht für die Fortsetzung unserer Arbeit gegeben haben. Dennoch stehen wir erst am Anfang und bitten Sie, auch an die Bären zu denken, die noch immer auf Bärenfarmen leiden müssen – Bären wie Heather, Herman, Smart, Huggy Bear und Lucky Rui, die geduldig darauf warten, dass sich auch ihre Käfigtüren öffnen - und die ihre Hoffnung auf Menschen wie Sie setzen, damit ihre Leidensgeschichte verbreitet und sie eines Tages endlich befreit werden können.
Mit bärigen Umarmungen
Jill Robinson
P.S. Erholungskäfige
Für unsere Bären sind die Erholungskäfige nur eine vorübergehende Maßnahme, aber für unser Veterinärteam spielen sie eine wichtige Rolle. Auf diese Weise können sie die Bären vor und nach der Operation in einem geschlossenen Bereich beobachten und sicherstellen, dass die Bären die lebensrettenden Antibiotika auch tatsächlich einnehmen – das ist sehr wichtig. Außerdem haben die Bären so die Möglichkeit, sich allmählich an mehr Raum und ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Farmbären sind nicht an große Käfige und viel Platz gewöhnt, deshalb erschreckt sie das zunächst. Die Erholungs-käfige bieten hier die Möglichkeit, sie langsam und sicher an die neue Freiheit zu gewöhnen, bevor sie für immer in ihre Unterkünfte und das Freigehege entlassen werden.
Bev und Jill verabreichen „Belton“ Süßigkeiten
„Aussie“ spielt mit einem ”kong” und Lily schaut zu
Gebäude für das Aufklärungszentrum
„Heather“ war in ihren “Käfigsarg” eingewachsen
„Heather“ heute – ihre Genesung grenzt an ein Wunder!
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