Nach 14 Jahren in einem dunklen und schäbigen Käfig kommt die Rettung für einen Bären
Am 24 November 2009 fuhren vier von uns (Direktor Tuan B. die Tierärztinnen Leanne und Kirsty und der Bärenpfleger Tuan W.) nach Hue in Zentralvietnam, etwa 720 km entfernt von Tam Dau und unserem Rettungszentrum, um einen 14 Jahre alten männlichen Bären aus Privatbesitz zu retten. Ein Ehepaar mittleren Alters hat ihn 14 Jahre lang am Ende ihrer Küche in einem dunklen und bedrückenden Käfig gehalten.
Das Paar erzählte dem Team, dass sie den Bären mit dem Namen ‚Misa Hai’ als kleines Jungtier von gerade einmal 30 kg Gewicht gekauft hätten, nachdem eine Gruppe Soldaten ihn mit einem Stück Holz auf den Kopf geschlagen und dabei seine Zähne und sein Gesicht verletzt hätten. Sie brachten ihn nach Hause in einen Käfig in ihrer Küche, wo er für viele dunkle Jahre blieb.
In gewisser Weise waren die Besitzer echt um Misa besorgt. Doch sie konnten nicht erklären, warum sie ihn so lang unter so schlimmen Umständen gehalten haben. Unserem Team erzählten sie dass sie nur zum eigenen Gebrauch einmal pro Jahr Gallensaft abgezapft hätten da sie beide Zuckerkrank seien. Doch vor ihrem Haus war ein Schild auf dem frische Bärengalle zum Verkauf angepriesen wurde. Einmal sagte der Besitzer auch, dass sie wohl alle paar Monate die Galle abgezapft hätten.
Ein Schild vor dem Haus des Paares preist frische Bärengalle an.
Als die Besitzer den Vorschriften der Forstschutzbehörde von Hue bei deren jüngsten Inspektion nicht mehr genügen konnten, gaben die Besitzer freiwillig Misa Hai an uns ab. Als unser Team kam um ihn mitzunehmen, wurde die Tragödie dieses armen Bären augenscheinlich. In seinem Käfig war es so dunkel, dass wir ihn kaum sehen konnten und wir konnten sogar den Boden dort nicht erkennen.
Schnell machten Leanne und Kirsty sich an die Arbeit und untersuchten Misa Hai noch vor Ort. Einschließlich einer intravenösen Transfusion. Insgesamt war sein Zustand dennoch sehr gut, wenn man bedenkt, welch schlechte Behandlung er fast eineinhalb Jahrzehnte lang ertragen musste. Doch seine Zähen waren in einem schrecklichen Zustand – zum Teil noch von der ursprünglichen Verletzung und zum Teil auch von dem Futter, das zumeist aus einer Art Suppe bestand. Die meisten Zähne mussten wir später auch reißen.
Tierärztin Leanne beim Gesundheitscheck von ‚Misa Hai’, ehe es nach Tam Dao geht.
Das FPD von Hue hatte alles gut vorbereitet und man war sehr behilflich. Sie sagten uns, dass es jetzt in der Provinz Hue offiziell keine Bärenfarmen mehr gibt. Insgesamt gab es dort fünf Bären, die jedoch beschlagnahmt wurden, da ihre Besitzer den neuen Vorschriften nicht mehr genügen konnten (die vier anderen Bären wurden in die Stadt Da Nang gebracht).
Mehr über Misa Hai in Jills Blog. Wer für diesen Bären spenden möchte, soll einfach hier klicken.
In diesem dunklen und schmutzigen Käfig in der Küche eines Ehepaars aus Zentralvietnam verbrachte Misa Hai 14 lange Jahre
Noch in Narkose von seiner ersten Untersuchung wird Misa Hai in unsere Rettungsstation gebracht.
Ungesunder wässriger Reis und Suppe waren Misa Hai’s Nahrung in den 14 Jahren.
Wegen der schlechten Ernährung mussten unsere Tierärzte fast alle seine Zähne entfernen.
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