China stellt sich gegen weiter wachsende Bärenfarm
Versuchter Börsengang eines Pharmazieunternehmens führt zu Aufruhr
Das Pharmazieunternehmen Gui Zhen Tang ist Besitzer einer der größten Bärengallefarmen Chinas. Es hat bei der Börsenaufsicht von Fujian die Zustimmung zum Börsengang beantragt.
Aufgrund eigener Beteiligungen von Gui Zhen Tang bei der Bärenhaltung in Farmen hat dieser Antrag in China beträchtliche Proteste ausgelöst und der öffentliche Widerstand wächst von Tag zu Tag.
Dazu bemerkt Toby Zhang, Direktor für Außenbeziehungen bei Animals Asia:
„Dieser Protest der Basis gegen die Bärenfarmen ist sehr erfreulich. Es zeigt, dass die Chinesen sich zunehmend auch Sorgen machen über den Tierschutz und dass sie dazu auch im Internet ihre Stimme erheben.“
Gallefarmen sind ein grausames Geschäft, bei dem Bären über operativ zugefügte Öffnungen in ihren Bäuchen, die bis in ihre Gallenblasen reichen, der Gallensaft abgezapft wird. Diese Wunden werden bewusst offen gehalten. Damit sind die Bären bakteriellen Infektionen und Krankheiten ausgesetzt.
Es gibt mehr als 50 pflanzliche Alternativen für Bärengalle und sogar Mediziner der Traditionellen Chinesischen Medizin sprechen sich gegen die Verwendung von Bärengalle aus. Die von Animals Asia aus Gallefarmen geretteten Bären leiden unter einer Vielzahl von Krankheiten, darunter auch Leberkrebs. Der Gallensaft solch kranker Tiere ist mit Bakterien, Eiter, Kot, Urin, Krebszellen und möglichen Rückständen von Antibiotika verschmutzt.
In Vietnam sprechen sich Ärzte öffentlich gegen die Verwendung von Bärengalle aus und sprechen über die Risiken einer Vergiftung durch Bärengalle. Dies kann zu schweren Leber- und Nierenschäden, Gelbsucht, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, entzündete Augen, Körper- und Gliederschmerzen, Blut im Urin sowie schwerer Dehydrierung und starkem Schwitzen führen. Vier Todesfälle sind dokumentiert, die auf einer Vergiftung durch Bärengalle zurückzuführen sind.