Die bislang größte Gruppe geretteter Bären im Tam Dao Rettungszentrum
Im Moment befinden sich 19 vor der brutalen Bärengalle-Industrie und damit aus jahrelanger Pein gerettete Bären dem Weg in unser Rettungszentrum für Mondbären in Tam Dao. Bislang ist dies die größte, in einer Einzelaktion gerettete Zahl von Bären in Vietnam.
Gefunden wurden sie eingepfercht in Container von sechs Metern Länge in einer illegalen Gallefarm der südlichen Provinz Binh Duong bei Ho Chi Minh Stadt. Jetzt sind diese Bären fast am Ende einer anstrengenden, dreitägigen Reise.
Am 18. Januar, einem Montag, begann die Rettungsaktion mit der Verladung der Container auf Lastwagen, die sich anschließend gemeinsam mit einem Hilfsteam von Animals Asia auf den Weg nach Norden in Richtung Hanoi machten. Am Donnerstagmorgen werden sie hier in Tam Dao erwartet.
Die Bären werden in eisernen Containern gehalten, die in kleine Zellen unterteilt wurden.
Mit einem Kran werden die Container auf die Lastwagen gehoben.
„Wir wollen die Nacht hindurch fahren. Für jeden Lastwagen und unseren Supportbus gibt es zwei Fahrer, die sich abwechseln. Wir wollen die Bären so schnell wie möglich in die Rettungsstation und aus diesen schrecklichen Containern bringen“, sagte Tuan, unser Direktor in Vietnam.
Der Besitzer der Bären, ein Geschäftsmann aus Taiwan, hielt sie zuvor für sechs oder sieben Jahre in Betonzellen in der Zentrale seines Unternehmens in der Stadt Binh Duong. Nachdem die Behörden ihn wegen dieser Unterbringung verwarnt hatten, übersiedelte er sie vor zwei Monaten in die Container er Produktionsstätte seiner Firma im Außenbezirk von Binh Duong.
Die zentrale Forstschutzbehörde (FPD) und die FPD von Binh Duong fragten vor einigen Wochen bei Animals Asia um Hilfe nach, nachdem man sich entschlossen hatte, diese Farm zu schließen, da sie den Minimalstandards zu Haltung von Bären - wie Größe der Käfige und Belüftung - nicht entsprach.
In diesem kahlen Metallgefängnis gibt es für die Gefangenen keine Hoffnung oder Komfort.
Jede Tür wird für die lange Fahrt nach Hause extra gesichert.
Die Bären zeigen Stresssymptome – Nagen an den Gitterstäben und monotones Auf- und Ablaufen.
Der Weg in die Freiheit der 19 missbrauchten Bären – 18. – 21. Januar 2010.
Wenn die Container verladen sind, ist das Team bereit für die lange Reise nach Hause.
Der ungewöhnliche Konvoi beginnt seine 2.000 km lange Reise.
Als sie auf die Lastwagen verladen wurden, blieben die Bären ruhig.
Die Bären erhielten vor dem Start ein gutes Frühstück und genügend Früchte und Wasser.
Laut Tuan wurden diese Farmbären aus freier Wildbahn gefangen. „Einer ist blind und bei zweien fehlen Gliedmaßen. Wir glauben auch, dass die Bären als Welpen oder Jungtiere hier ankamen“, sagte er. „Die Container sind in sechs oder sieben Zellen unterteilt mit je einem Bären pro Zelle. Eine solche Unterbringung sehen wir zum ersten Mal.“
Tuan und das Rettungsteam waren bereits eine Woche lang vor Ort bei den Containern. Die Lebensumstände, die sie dort sahen, die Bären einzeln wie in Gefängniszellen weggesperrt, ohne angemessenes Futter und Wasser und nur mit dem kalten und oft schmutzigen und nassen Metallboden als Ruhe- oder Schlafmöglichkeit, haben sie empört.
Das Team entschied sich aber im Interesse der Bären, sie in den Containern so schnell wie möglich zurück ins Rettungszentrum und in die Fürsorge unserer Tierärzte und Bärenpfleger zu bringen. Dazu wurden die Container gesichert und für die Bären der Aufenthalt so gut wie möglich gemacht.
Laut Kirsty Officer, der Tierärztin von Animals Asia in Tam Dao, wird es nach der Ankunft der Bären noch zwei oder drei Tage dauern, bis sie alle aus den Containern in die Quarantänekäfige umgesiedelt sind. „Wir werden sie alle einzeln umsiedeln. Dazu werden sie zunächst betäubt und medizinisch untersucht. Dabei bestimmen wir auch die Reihenfolge für die späteren Operationen oder andere dringende Behandlungen“, sagte sie.
Laut Tuan wurde den Bären vor etwa einem Monat zum letzten Mal Gallensaft abgezapft. Zwei Bären haben auch keinen Mikrochip. Für die Bären kam die Rettungsaktion gerade noch rechtzeitig. „In den heißen Sommermonaten wäre es für sie in den Containern so heiß und stickig geworden, dass ich bezweifle, ob sie das überlebt hätten.“
Das ist lediglich der erste Schritt für die Bären auf einem langen Weg zur völligen Genesung. Begleiten Sie unsere Rettungsaktion auch weiterhin und lesen Sie in den nächsten Tagen weiterhin unser Tagebuch der Rettung mit den neuesten Nachrichten von der Reise.