Verfütterung lebender Tiere in chinesischen Zoos und Parks
Was ist Lebendfütterung und wo findet sie statt?
Seit vielen Jahren gibt es in den Zoos und Tierparks der meisten Länder keine Verfütterung lebender „Beute“ mehr an Raubtiere. Doch in China ist das auch heute noch weit verbreitete Praxis.
Laut einem Bericht aus dem Jahr 2005 der Umwelt- und Tierethikgruppe (EAEG), einer chinesischen Arbeitsgruppe, ist die Zahl der „Wildtierparks“ und „Safariparks“ in China von null (vor 1993) auf über 30 (2005) gewachsen. Die meisten dieser Parks haben Raubtiere und von der von der EAEG in den Jahren 2003 bis 2004 18 Parks gab es bei 12 die Praxis der Lebendverfütterung als Publikumsspektakel zu sehen.
Die Raubtiere in diesen Parks sind die meisten Arten der Großkatzen, Bären und Hyänen. Die „Beutetiere“ sind Rinder, Büffel, Ziegen, Pferde, Hühner, Strauße, Enten, Perlhühner und Kaninchen.
Oft werden die Raubtiere vor den „Shows“ bewusst hungrig gehalten um sie aggressiver zu machen und die Show damit spektakulärer. Die Beutetiere werden den Raubtieren oft weggenommen, ehe sie gefressen werden können. Einige dieser Beutetiere werden so mehrmals eingesetzt bevor sie einen langsamen und qualvollen Tod erleiden.
Sowohl Raubtiere als auch Beutetiere werden oft in kleinen überfüllten Käfigen und Gehegen gehalten. Die „Show“ hat nichts mit dem zu tzun, was in freier Wildbahn geschieht und ist nichts als ein Akt barbarischer Grausamkeit.
Was ist die rechtliche Situation?
Im Oktober 2007 wurde von Cao Qingyao von der chinesischen Staatsforstverwaltung die folgende Mitteilung veröffentlicht:
„Vorstellungen, die die Verfütterung lebender Tiere an Raubtiere beinhalten, müssen aufhören. Die Forstschutzbehörde wird alle Abteilungen und Institutionen, die solche Vorstellungen organisieren, schwer bestrafen:“ In China gibt es aber keine Tierschutzgesetze, die solche Strafen bestimmen würden.
Die chinesischen Behörden veröffentlichten bereits 1999 eine Mitteilung aus der hervorgeht, dass die Praxis der Lebendverfütterung als Zuschauerbelustigung verboten würde. Leider gab es keinerlei derartige Gesetze die die Durchsetzung eines solchen Verbots ermöglicht hätten.
Wie rechtfertigen die Parks diese Praxis?
Die Manager der Parks rechtfertigen die Lebendverfütterung mit dem Argument, dass es ein „Training“ sei für jene Tiere, die dazu bestimmt seine, frei gelassen zu werden. (so genanntes „Auswilderungstraining“). Es wird zugleich auch als Unterhaltung des Publikums eingesetzt.
Oft ermuntert man das Publikum zum Kauf eine Beutetiers ehe dieses den Raubtieren verfüttert wird. In einigen Fällen dürfen die Besucher sogar lebende Hühner und andere Tiere an Angeln zu den Raubtieren hinunterlassen.
Ein lebendes Huhn wird in ein Löwengehege herabgelassen
In einem chinesischen Zoo greift ein Tiger eine Kuh an
Noch lebend, wird die Kuh mit einem Traktor weggezerrt
Warum ist das falsch?
Raubtiere in chinesischen Tierparks und Zoos sind nicht für die Auswilderung bestimmt. Viele davon sind nicht einmal in China heimisch. Diese armen Tiere sind nur wegen des Profits für die Besitzer der Parks hier.
Selbst wenn einige der Raubtiere ausgewildert werden sollten, bereitet das „Auswilderungstraining“ sie nicht auf das Leben in freier Wildbahn vor. Die meisten eingesetzten Beutetiere sind domestizierte Tierarten; so lernen die Raubtiere nur die Jagd auf Nutztiere, was zu Konflikten mit Farmern führt. Die Beutetiere haben keine Chance zu entkommen und die Raubtiere lernen dabei nicht das natürliche Verhalten (z.B. anschleichen, jagen). Jill Robinson, Gründerin und Leiterin von Animals Asia sagte bereits 1999, „Er Tigern die Jagd auf Nutztiere beibringt, lehrt sie nicht, wie sie in der Wildnis überleben können und, gefährdet oder nicht, erwartet den Tiger der Tod durch die Farmer, die ihre Lebensgrundlagen schützen.“
Laut der Nanjing Modern Express (Oktober 2002) gibt es Hinweise, dass die Mehrzahl der chinesischen Zoobesucher gegen die Praxis der Lebendverfütterung ist und die eingesetzten Methoden als „zu barbarisch“ betrachten.
Dr. Zhang Li, Direktor in China der IFAW, sagte „das sogenannte Auswilderungstraining belebt nicht die Raubtierfähigkeiten eines Tigers und hat keinen aufklärerischen Wert. Das Publikum erhält nur eine grausame, blutige Schau die sogar die seelische Gesundheit der teilnehmenden Kinder schwer schädigen kann.“
Auch für die Zuschauer sind diese Lebendverfütterungen in China nicht sicher. Oft sitzen sie in Bussen mit offenen Fenstern oder auf der anderen Seite eines schmalen Wassergrabens. Raubtiere, die vor der Schau hungern mussten um sie aggressiver zu machen, sind potentiell in solchen Situationen sehr gefährlich.
Lebendfütterungen widersprechen den Behauptungen der Zoos, dass sie den Tierschutz propagieren für Wildtiere als auch Nutztiere.
Was tut Animals Asia?
Animals Asia ist der Meinung, dass Lebendfütterungen keinen Wert haben. Weder für die Idee des Artenschutzes der betreffenden Tiere noch als eine Form der öffentlichen Aufklärung oder Unterhaltung.
Diese Praxis und die Berichte darüber in den internationalen Medien stehen dem modernen China schlecht an und beschädigen dessen internationales Ansehen.
Animals Asia arbeitet schon seit 1999 mit Organisationen innerhalb Chinas wie der China Wildlife Conservation Association, um Vorschriften für ein Ende dieser Praxis zu erreichen. Wir werden weiter die Einrichtungen überwachen, die Lebendfütterungen zulassen und bei internationalen Zooverbänden vorsprechen, damit sie ihren Einfluss auf chinesische Zoos und Parks einsetzen. Wir werden unsere Unterstützer auffordern, Protestbriefe an ihre örtlichen chinesischen Botschaften oder Konsulate zu schreiben. Wir werden weiter alle Möglichkeiten ausschöpfen, um diese Praxis zu beleuchten und ans Licht zu bringen.
Sie können dabei helfen. Schreiben Sie an ihre örtliche chinesische Botschaft oder Konsulat (Adressen findet man unter http://www.fmprc.gov.cn/eng/wjb/zwjg/2490/). Unterstützen Sie bitte auch unsere Arbeit.
Ein Video von John Wedderburn, einem Mitglied des Aufsichtsrats von Animals Asia über Lebendfütterungen und Tiere in Gefangenschaft in China ist hier zu sehen. Bitte berücksichtigen Sie, dass es grausame Bilder enthält.
Hier finden Sie unser Positionspapier zur Praxis der Lebendverfütterung in chinesischen Zoos und Safariparks.
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