Samstag, 3. Dezember — 16:50: Wir sind seit vier Tagen auf der Straße und seit 5 Uhr früh unterwegs, nur unterbrochen von Pausen für die Bären. Endlich rollen die Lastwagen durch das Tor des Rettungszentrums für Mondbären in Tam Dao und bringen die 14 neuen Mitglieder unserer Bärenfamilie sicher nach Hause.
Tierärztin Kirsty, Tierkrankenschwester Rae, Bärenmanager Annemarie und Falk mit ihren Teams stehen bereit. Jeder will die Bären begrüßen, sie abladen und in die Quarantänestation bringen.
Sofort beginnt das Abladen — Die Riemen, die die Käfige sicher auf den Lastwagen gehalten haben werden schnell gelöst und einer nach dem anderen werden die Bären herab geholt und in ihr neues vorübergehendes Heim gebracht.
Bei all diesen Aktivitäten steigt der Erregungszustand von Rajani wieder an. Sie zeigt ihre Angst mit herzzerreißendem Brüllen und wilder Aktivität.
Bärenmanager Falk überwacht den Transfer eines jeden Bären aus den kleinen Transportkäfigen in den großen geräumigen Erholungskäfig. Wegen ihrer Größe kommt Nelly als erste an die Reihe. Als ihr Transportkäfig sicher am Erholungskäfig befestigt ist, werden die Türen geöffnet. Zunächst verwöhnt Falk Nelly mit einem Bissen Honig in dem kleinen Käfig, ehe er zu dem großen Käfig wechselt und sie ermuntert hereinzukommen, um mehr zu erhalten. Nelly folgt und während sie den Honig aufleckt, den Falk ihr anbietet, wird die Tür leise hinter ihr geschlossen.
Die meisten anderen Bären folgen auch und gehen ein wenig zögerlich in die Erholungskäfige — Nogc Thai ist etwas zurückhaltender und knurrt etwas, ehe sie sich fügt. Rajani lässt sich hören, doch sie geht schnell in den größeren Käfig. Dream Mischa Tebs bewegt sich, wie Kirsty und Caroline spekulierten, indem sie das Ende ihrer verkrüppelten Vorderpfote zur Unterstützung nutzt. Doch sie schafft es.
Alles läuft glatt bis zum vorletzten Bären Duffy. Dieser kleine Bär mit dem kahlen Rücken weigert sich, über die Schwelle zu treten und verlässt den Transportkäfig nicht, egal was Falk versucht. Er lockt sie mit Honig und ruft sie sanft vom Erholungskäfig aus. Doch Duffy bewegt sich nicht. Gern nimmt sie den Honig in ihrem Transportkäfig, doch den nächsten Schritt verweigert sie.
Der letzte Bär, Lana, kommt. Da Duffy sich noch immer weigert, soll sie für die Nacht in ihrem Transportkäfig bleiben.
Frisches Futter und Wasser werden gebracht, Streu und Zweige auf jeden Käfig gelegt. Horatio überrascht alle mit seinen Zeichen des Wohlgefallens — er angelt die großen grünen Blätter und springt und dreht sich in seinem Käfig mit ihnen aus schierer Freude im Kreis herum!
Auch Ngoc Son hat sich schnell eingewöhnt und spielt auf dem Rücken liegend zufrieden mit einem Apfel, den sie zwischen den Pfoten hin- und herschubst.
Die Lichter gehen aus und die Bären können für die Nacht ruhen. Bald werden sie untersucht und gehen durch die Gesundheitschecks. Ihr individuelles Erholungsprogramm beginnt. Doch jetzt sind sie erst einmal da - sicher im Rettungszentrum in den Hügeln von Tam Dao — und endlich frei.