Tierschützer stoppen Lastwagen in der Provinz Sichuan
14. Oktober 2011: Freitagnacht wurde Animals Asia noch spät von Tierschützern in Chengdu kontaktiert. Sie teilten uns mit, dass sie in der Stadt Zi Gong in der Provinz Sichuan einen Lastwagen gestoppt hätten, der etwa 800 Hunde in Käfigen geladen hatte und auf dem Weg war nach Guangxi, der für den Verzehr von Hunden bekannten Region in Guilin.
Zwei örtliche Gruppen, Qi Ming und Home of Love, haben gemeinsam diese Aktion angeführt. Nach harten Verhandlungen haben sie jetzt eingewilligt, dem Händler RMB 83.600 (RMB 60.000 für die Hunde plus den Preis für die Käfige) zu bezahlen.
Laut der Vereinbarung ist dies kein Kauf der Hunde, sondern eine humanitäre Entschädigung für die finanziellen Verluste des Händlers. Als Gegenleistung wurde der Händler aufgefordert, mit den Gruppen und Vertretern der Regierung eine gemeinsame Vereinbarung zu unterschreiben, sich völlig aus dem Handel mit Hundefleisch zurückzuziehen. Wenn er dagegen verstößt, haben die Gruppen ihm mit rechtlichen Schritten unter Einbeziehung der Regierung gedroht.
Der Zustand der Hunde ist sehr schlecht. Einige sind tot und viele krank oder schwer verletzt. Derzeit werden sie auf Quarantänebereiche in den Anlagen der beiden Gruppen aufgeteilt sowie die Priorität ihrer Behandlung festgelegt.
Animals Asia ist in ständigem Kontakt mit beiden Gruppen und hat finanzielle Unterstützung zur Beschaffung von Futter sowie medizinischer Hilfe und, bei Bedarf, auch technischer Unterstützung zugesagt. Außerdem habenTierärzte vor Ort gemeinsam mit dem Tierarztverband von Chengdu mit Hilfsmaßnahmen begonnen.
Anfang 2009 haben wir dem Qiming Rettungszentrum für Hunde tierärztliche Notfallunterstützung bei einer Rettungsaktion für 149 Hunde gegeben, die für den Markt für lebende Tiere bestimmt waren. Hier mehr dazu.
Wir danken besonders den Leitern und freiwilligen Helfern von Qi Ming und Home of Love für alles, was sie für die Rettung der Hunde getan haben und dafür, dass sie wieder einmal das Leid von Millionen Tieren aufgedeckt haben, die gefangen sind im Handel mit Fleisch von Hunden und Katzen in China.
Unsere eigenen Untersuchungen (die letzte erst kürzlich in diesem Jahr) zeigen, dass diese Tiere voller Krankheiten sind und die Grausamkeit und das Leid jener, die mehrere Tage ohne Futter, Wasser oder Schatten transportiert werden, völlig inakzeptabel ist.
Viele dieser Hunde wurden wahrscheinlich gestohlen. Sie waren geliebte Mitglieder von Familien, die jetzt von den Dieben an den Handel weiterverkauft worden sind. Immer wieder gibt es Berichte in den Medien und in der Bevölkerung, dass viele Hunde und Katzen gestohlen und vergiftet werden. Dabei kommt es auch zu Todesfällen bei Menschen, da die Diebe die Hunde den Besitzern mit Gewalt entreißen.
Wir rufen die Öffentlichkeit auf, die Reichweite dieser schlimmen Kette anzuerkennen, die durch den Verzehr von Hunden und Katzen erzeugt wurde und in Zukunft keine Hunde oder Katzen mehr zu verzehren. Denn dies ermutigt den Diebstahl und ist gegen das Gesetz. Hunde und Katzen sind unsere Freunde und kein Nahrungsmittel – sie gehören nicht auf den Tisch!
Schließlich hoffen wir auch, dass möglichst viele der geretteten Hunde ihr schlimmes Schicksal soweit bewältigen können, dass sie wieder glücklich und gesund sind. Animals Asia wird seine Anstrengungen fortsetzen und diesen Fall weiter verfolgen. Wir werden auch weiterhin unsere Unterstützung überall dort geben, wo sie gefordert wird.
Wenn sich die Situation geklärt hat, werden wir über den aktuellen Fortschritt berichten und unser Team von Animals Asia in Chengdu wird am Dienstag den 18. Oktober die Rettungszentren besuchen.