Führender TCM-Arzt Vietnams warnt: Medizin aus Bärengalle kann tödlich sein
21. Juli 2010
Der führende Arzt für Traditionelle Medizin in Vietnam hat die Konsumenten warnte Kosumenten vor der Einnahme von Medikamenten auf Basis von Bärengalle, da sie zu Leber- oder Nierenschäden oder sogar zum Tod führen können.
Doktor Nguyen Xuan Huong hat sich der Kampagne von Animals Asia für ein Ende der Bärengallenfarmen angeschlossen, nachdem er die schockierenden Effekte durch die Einnahme von Galle bei einigen seiner Patienten sehen musste. Darunter waren auch zwei Beamte der Regierung, die nach der Einnahme von Medikamenten auf Basis von Bärengalle verstarben.
Dr. Huang ist Vorsitzender des Vereins für Traditionelle Medizin in Vietnam und trägt den Titel „Volksarzt“, das entspricht dem höchsten Rang in der ärztlichen Hierarchie des Landes. Seit 1985 hat Dr. Huang zehn Patienten wegen Vergiftung durch Bärengalle behandelt, darunter auch zwei, die er nicht mehr retten konnte. Sein letzter Patient im Zusammenhang mit Bärengalle war im Jahr 2006 ein 55-jähriger Mann aus Hanoi, der Gelbsucht durch die Einnahme von zu viel Bärengalle bekam. Die Diagnose von Dr. Huong war Schädigung der Leber durch Bärengalle. Diesen Patienten konnte er erfolgreich behandeln, doch für andere war es zu spät.
Als 1995 der Direktor für öffentliches Bauen in der Provinz Quang Ninh zu Dr. Huong kam, war es bereits zu spät – seine Haut hatte eine gelbe Farbe, er konnte nicht laufen und nicht sprechen und litt an schwerer Leberzirrhose. Zwei Wochen später starb er, nur 50 Jahre alt. Der Direktor hatte eine Mixtur von Bärengalle und Wein eingenommen, um die Potenz zu steigern.
2002 war der zweite tödlich verlaufende Fall für Dr. Huong. Ein 75-jähriger Arzt aus Hanoi, dessen Sohn Bären hielt. Als Stärkungsmittel trank er 2 cc Bärengalle, die in Wein verdünnt wurde. Als er in der Klinik von Dr. Huong in Hanoi ankam, war sein Körper bereits mit schwarzen Flecken bedeckt und seine Finger- und Zehennägel waren schwarz und fielen später sogar ab. Ein Jahr lang behandelte Dr. Huong diesen Mann mit Heilkräutern, um die Leberfunktion zu verbessern. Doch seine Organe waren zu sehr geschädigt und er verstarb. Er sagt, dass dieser Mann ähnlich wie der in dem beigefügten Bild ausgesehen habe, der ebenfalls wegen einer Vergiftung durch Bärengalle behandelt wurde.
„In all diesen zehn Fällen gab es eine geschädigte Leber, wobei in den meisten Fällen die Leber praktisch verschwunden war – das verbleibende Stück war geschwollen, hart und brandig,“ sagte Dr. Huong. „Bärengalle kann auch zu Nierenversagen führen.“ Andere Symptome seien Appetitlosigkeit, Müdigkeit, entzündete Augen, Schmerzen im Körper, Blut im Urin sowie schwere Schweißausbrüche und Dehydrierung.
Laut Dr. Huong wird Bärengalle kaum in der authentischen Traditionellen Medizin eingesetzt, sondern viel mehr als Wundermittel zur Heilung von Impotenz und (Alkohol-)„Kater“ verkauft. „In den 17.000 Rezepturen für Traditionelle Medizin die ich gelesen habe, wird Bärengalle nur in sechs davon erwähnt und selbst da ist die Verwendung und Wirkung minimal. Man sollte Bärengalle nie verwenden – auch nicht um die Fruchtbarkeit oder die Lebenskraft zu stärken. Achtzig Prozent der Menschen, die Bärengalle einnehmen, schädigen ihre Leber selbst bei Mengen von nur 2 cc. In der Mischung mit Reiswein wird der Schaden sogar stärker sein.“
Dr. Huong, der zweimal Mitglied der Nationalversammlung Vietnams war, hat dort mehrmals dieses Thema vorgetragen, doch ohne Reaktionen. „Auch hoch gebildete Menschen verstehen die Gefahren noch immer nicht. Für die Bären macht Bärengalle Sinn – sie hilft ihnen bei der Verdauung, so wie die menschliche Galle bei unserer Verdauung hilft. Die Einnahme von Bärengalle durch den Menschen ist widernatürlich; es greift die Organe an – und die Bären werden krank durch das Abzapfen der Galle. Galle ist offensichtlich bei allen Lebewesen verschieden und sie hilft den Tieren, zu denen sie gehört.“
Jill Robinson, Gründerin und Leiterin von Animals Asia sagte, sie hoffe, dass die Dr. Huongs Entscheidung, die Öffentlichkeit zu informieren, die Gesundheitsbehörden und den Zoll dazu bringen wirdt, sich den Risiken durch die Einnahme von Bärengalle zu widmen. „Touristen aus Korea stehen Schlange, um Bärenfarmen in Vietnam bei organisierten Busreisen zu besuchen. Viele fahren mit Fläschchen voller frischer Bärengalle als Mittel gegen den „Kater“ wieder weg – auch auf den Schwarzmärkten in Chinatowns in der ganzen Welt wird Bärengalle verkauft. Je länger die Behörden nichts dagegen unternehmen, desto mehr Menschen werden krank und sterben womöglich.“
Nach Beginn seiner Studien im Jahr 1965 qualifizierte sich Dr. Huong 1972 als TCM-Arzt. Er kann auf TCM-Ärzte in 16 Generationen seiner Familie verweisen. Dr. Tuong studierte auch sechs Jahre an der Universität für TCM in Peking.
Tuan Bendixsen, Direktor von Animals Asia in Vietnam sagte, dass die Entnahme von Bärengalle in Vietnam zwar illegal sei, der Mangel an Kontrollen aber dazu führt, dass sie noch immer weit verbreitet ist. Die Bären werden betäubt – gewöhnlich mit der verbotenen Droge Ketamin – aus ihren kleinen Käfigen geholt, mit Seilen gefesselt und man sticht ihnen so oft mit 10 cm langen Nadeln in den Bauch, bis die Gallenblase gefunden ist. Mit einem Katheter und einer Pumpe wird dann der Gallensaft abgepumpt. In Vietnam werden derzeit über 4.000 Bären in Farmen gehalten.
Im November 2005 hat Animals Asia eine Vereinbarung mit der Regierung Vietnams unterzeichnet, 200 Bären zu retten und für sie in unserem Rettungszentrum für Mondbären im Tam Dao Nationalpark zu sorgen. Dort beherbergen wir derzeit mehr als 60 Bären die von der Regierung beschlagnahmt wurden. Weitere Bären aus den Farmen können jederzeit aufgenommen werden.
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