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| Weitere drei Bären in Vietnam gerettet |
Am 19. August wurden weitere drei Mondbären aus den Fängen der vietnamesischen Galleindustrie gerettet und in unser Rettungszentrum für Mondbären nach Tam Dao gebracht.
Anfang Mai 2010 hielt die Polizei von Quang Ninh einen Lastwagen an, der in Richtung Grenze nach China unterwegs war und drei nichtregistrierte Mondbären ohne Mikrochip transportierte. Der Fahrer behauptete, dass er die Bären nur bis zur Grenze bringen solle und er einen davon in Ha Tay (30 km westlich von Hanoi und berüchtigt für seine Bärenfarmen) und die beiden anderen in Quang Ninh in Ha Long Bay (wahrscheinlich von einer der sechs Bärenfarmen dort, die wir bereits seit drei Jahren im Visier haben) aufgenommen habe. Eine Untersuchung konnte nicht klären, aus welchen Farmen die Bären stammten.
Trotz unserer Forderung, dass die Bären direkt zu uns gebracht werden sollten, wurden sie Mitte Mai in das Soc Son Rettungszentrum der Regierung gebracht. Wir bleiben hartnäckig bei unserer Forderung und nach drei Monaten informierte der Direktor von Soc Son unseren Direktor Tuan Bendixsen, dass er eine Anordnung von der Stadtverwaltung Hanois erhalten habe, die der Überführung zustimmt.
Die drei Bären warten auf unsere Ankunft im Soc Son Rettungszentrum.
Kirsty, unsere Tierärztin, untersuchte alle drei Bären bei ihrer Ankunft. Hier ist ihr Bericht:
„Ich war in den vergangenen Monaten bereits mehrfach in Soc Son, wo die drei Bären noch immer in ihren Käfigen von den Farmen steckten und sich langweilten. Man hatte dort keinen anderen Platz für sie. Wir freuten uns, V066 Clover, V067 Soo und V068 Mary endlich in unserem Zentrum begrüßen zu können. Am Donnerstag kamen sie bei der größten Hitze an und wurden sorgsam unter Aufsicht von Bärenpfleger Tuan abgeladen. (Er und Tuan Bendixsen brachten sie sicher hierher zurück. Ein fantastischer Job). Sie wurden alle schnell betäubt und untersucht, bevor sie in unsere Gehege kamen.
Als erstes war Clover an der Reihe. Ein erwachsenes Weibchen das hektisches und ungewöhnliches stereotypes Verhalten zeigte. Dadurch bekam sie eine dicke Hornhaut an ihrem Hinterteil. Die Untersuchung ergab, dass sie einigermaßen gesund ist und es keine akut zu behandelnden Probleme gibt. Ihre Tatzen sind sehr verdickt und sie hat starken Zahnbelag. Nach der Quarantänezeit wird ihr die Gallenblase entnommen werden.
Danach kam Soo, ein schlaksiger Junge mit gerade einmal 72,5 kg. Er ist sehr dünn. Auf dem Lastwagen verhielt er sich sehr ruhig und lag selbst beim Abladen ganz still in seinem Käfig. Auch bei ihm ergab der Gesundheitscheck keine größeren Probleme und ihn erwartet ebenfalls eine Gallenblasenoperation nach der Quarantäne.
Zum Schluss war Mary an der Reihe. Ein nettes junges Weibchen, das tiefe Stirnnarben vom Reiben an den Stäben trägt. Sie wurde beschlagnahmt, weil sie keinen Mikrochip trug, aber wir fanden einen und wissen so, dass sie etwa 9 Jahre alt ist und von einer Bärenfarm in der Provinz Ha Tay stammt. Auch sie ist recht dünn und wiegt gerade einmal 80 kg. Ihre Tatzen sind verdickt und Zahnstein bildet sich an den Zähnen. Oberhalb des Nabels hat sie Gewebeverdickungen – mögliche Verletzungen durch die Entnahme des Gallensafts und auch ihr wird nach der Quarantäne die Gallenblase entnommen werden.
Alle drei Bären haben sich gut eingelebt und Mary verputzt bereits all das Futter, das wir ihr geben. Die beiden anderen sind zurückhaltender und essen ihre kleinen Portionen bisher nur sehr langsam.“
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