2. Symposium zum Management von Hunden in Chinas Städten
Nanjing, 23-24 August 2010
Gern hat Animals Asia das 2. Symposium zum Management von Hunden in Chinas Städten mit organisiert und mitfinanziert, das vom 23. Mit 24. August in Nanjing abgehalten wurde. Organisiert zusammen mit der Tierschutzgruppe Nanjing Ping An Fu und den Räumlichkeiten gestellt vom Nanjing Büro für öffentliche Sicherheit, wurde sie von Animals Asia und der Humane Society International gesponsert.
Dabei waren die Behördenvertreter aus 27 chinesischen Städten, die dort für die Kontrolle der Hundepopulationen zuständig sind, und Mitglieder von Tierschutzorganisationen. Man tauschte Erfahrungen aus über beispielhafte Projekte zur Populationskontrolle von Hunden, Informationskampagnen für eine verantwortliche Hundehaltung und die Entwicklung von Richtlinien zum Wohl von Hunden und Menschen. Animals Asia hofft, dass durch dieses Symposium die Behörden in den teilnehmenden Städten solche fortschrittlichen Regelungen übernehmen und Beziehungen zu Tierschutzgruppen aufbauen, um bei Fragen zur Kontrolle von Hundepopulationen zusammenzuarbeiten.
Symposiumsteilnehmer aus 27 Städten diskutieren über Hunde
Herr Yin Zhiqiang, Vice-Captain der Nanjing Polizei für öffentliche Sicherheit spricht zu den Teilnehmern.
Eine besondere Ehre war die Unterstützung des Symposiums durch Herrn Cao Chunfu, dem Captain of Public Security Police Detachment vom Büro für öffentliche Sicherheit Nanjing und Herrn Yin Zhiqiang, dem Vice-Captain der Nanjing Polizei für öffentliche Sicherheit.
In China boomt der Besitz von Hunden. Doch mit steigender Zahl steigt auch die Zahl der Konflikte zwischen Hunden und Besitzern oder dem Publikum aber auch das Risiko von Tierkrankheiten wie der Tollwut an. Das erfordert die Entwicklung langfristig angelegter Strategien für ein humanes Management damit die Menschen die Hunde lieben – und jenen, die das nicht tun – harmonisch zusammenleben können.
Bei seiner Ansprache sagte Herr Yin: „Viele Menschen lieben Hunde. Doch oft gibt es Widersprüche zwischen jenen, die Hunde aufziehen und jenen, die das ablehnen. Wir wollen diese Widersprüche ausgleichen.“ Herr Yin erläuterte, wie ein auf die Gesellschaft ausgerichteter Ansatz es seinem Team erlaubt, im Rahmen von Veranstaltungen und Treffen die verschiedenen Meinungen in der Gesellschaft zu erfragen. Herr Yin sprach sich auch dafür aus, dass die Besitzer der Hunde für deren angemessene Pflege verantwortlich seien und er lobte die Arbeit von Ping An Fu Nanjing, die mit der Polizei zusammenarbeitet um Hunde in der Stadt zu retten und ihnen ein neues zuhause zu geben.
Durch Beratung der Öffentlichkeit kommt die Polizei in Nanjing den Bedürfnissen dort entgegen. So ist in den letzten Jahren die in der Stadt erlaubte Größe von Hunden von 35 cm auf 62 cm gewachsen und man hat Impfzentren und Registrierungszentren eingerichtet, die leicht zu erreichen sind. Für ältere Personen oder Personen mit geringem Einkommen wurde auch die Registrierungsgebühr gesenkt. Die Richtlinien für Hunde kommen in Nanjing auch den Tieren selbst zu gute, da sie verbieten, Hunde zu ärgern, zu verletzen oder zu missbrauchen. Hundebesitzer müssen dafür sorgen, dass ihren Hunden die notwendige Umgebung geboten wird. So z.B. ein angemessener Raum und Umgebung. Auch dürfen sie ihre Hunde nicht aussetzen.
Tierheim für Hunde der Polizei in Nanjing. Dort können Streuner versorgt werden und sie erhalten ein neues zuhause.
Ein öffentlicher Hundepark in Nanjing. Die Polizei arbeitet mit der Öffentlichkeit zusammen um Gegensätze auszugleichen.
David Neale, Direktor Tierschutz bei Animals Asia und Irene Feng, Leiterin des Dr. Hund Programms für China, diskutierten über die Entwicklung von Programmen für verantwortlichen Hundebesitz und die Notwendigkeit, die Zucht und den Verkauf von Welpen zu regulieren, damit es nicht zu viele Tiere gibt die dann ausgesetzt werden. Die Teilnehmer wurden ermuntert, über die vielen humanen Maßnahmen zur Reduzierung von Hundebissen und zur Steigerung des verantwortungsvollen Hundebesitzes nachzudenken. David rief auch dazu auf, ein landesweites Impfprogramm gegen Tollwut bei Hunden einzuführen.
John Snyder, Direktor für Begleittiere bei der Humane Society International, berichtete über Programme zur Hundehaltung in den USA. Dr. Fiona Woodhouse, stellvertretende Direktorin Welfare Services Hongkong SPCA und Inspektor Chiu berichteten über human geführte Hundezwinger und eine humane Art, streunende Hunde einzufangen.
Von Direktor Yu vom Büro für öffentliche Sicherheit Peking erfuhren die Delegierten Einzelheiten über die Entwicklung von Gemeinschaftsprojekten in Peking, um das Zusammenleben von Hundebesitzern und Nichthundebesitzern zu verbessern. Die Polizei in Peking hat in den vergangenen Jahren verstärkt über den verantwortungsvollen Besitz von Haustieren aufgeklärt und arbeitet mit der Gesellschaft für Hundezucht in Peking zusammen, wo man bei der Registrierung von Tieren eine kostenlose Kastration oder eine reduzierte Registrierungsgebühr nach einer Kastration anbietet.
Direktor Yu erläuterte, dass die Polizei in Peking die gute Behandlung von Hunden fördert und bei den Nichthundebesitzern für ein besseres Verständnis von Hunden wirbt um Spannungen zu reduzieren. So soll besonders bei jungen Menschen das Verständnis über Hunde gefördert werden um zu zeigen, dass nicht alle Hunde beißen. IN der Folge dieser Initiative hat die Zahl der Hundebisse in Peking abgenommen.
Direktor David Neale und Teilnehmer des Symposiums diskutieren mit Mitarbeitern des Tierheims.
Peter Li (HSI) und David Neale (Animals Asia) werden vom Fernsehen in Nanjing interviewt.
In Peking hat man darüber hinaus mehr als 6000 Anlaufstellen eingerichtet, die eine reduzierte Registrierungsgebühr und kostenlose Impfung gegen Tollwut anbieten. Auf Stadtplänen kann man dort die Tierkliniken und Serviceeinrichtungen der Stadt sehen. Für die Behördenvertreter aus Peking und Nanjing mit ihren fortschrittlichen Managementprogrammen für Hundepopulationen war der Workshop eine wertvolle Gelegenheit, ihre Erfahrungen weiterzugeben.
Das Management von Hundepopulationen ist in der Verantwortung der ganzen Gesellschaft. Eine effektive Strategie wird dabei die Zahl der streunenden Hunde verringern. Dazu braucht es Information über einen verantwortungsvollen Umgang mit Hunden, ein Programm zur Vermeidung von Hundebissen, Registrierung und ein Angebot zur Kastrierung von Hunden, Impfprogramme und den Zugang zu wirkungsvollen Impfstoffen gegen Tollwut im ganzen Land. Darüber hinaus genügend Tierheime und Programme um den Tieren ein neues zuhause zu finden. Ein breit angelegtes Impfprogramm gegen Tollwut sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten würde für eine gesündere Hundepopulation sorgen, die Zahl von Hundebissen und die von Hunden verursachten Konflikte verringern und so weiter Massentötungen in China verhindern.
Animals Asia wird weiter mit den Vertretern der Büros für öffentliche Sicherheit aus allen 27 Städten zusammenarbeiten um auf humane Strategien zum Management der Hundepopulationen hinzuwirken und die nationalen Regeln für Hundemanagement und Tollwutkontrolle zu beeinflussen.
Nach dem Workshop führte man alle Delegierte zu den Tierheimen der Polizei und einem örtlichen öffentlichen Hundepark. Wir danken der Polizei von Nanjing dafür, dass sie die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben und Frau Ha und den Freiwilligen des Ping An Fu Nanjing für ihre Mitarbeit bei der Organisation. Aber auch der Humane Society International für ihre finanzielle Unterstützung und ihre Beiträge zu den Workshops. Animals Asia dankt auch der SPCA von Hongkong für deren Beiträge sowie allen Delegierten der Büros für öffentliche Sicherheit und den Mitgliedern der örtlichen Tierschutzorganisationen für ihre Teilnahme.
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